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DFG verabschiedet Europa-Strategie bis 2030

Grenzüberschreitende Kooperationen sind ein Eckpfeiler der Forschung in Europa. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) engagiert sich als nationale Förderorganisation und zentrale Selbstverwaltungseinrichtung der Wissenschaft in Deutschland daher auch auf europäischer Ebene und hat dazu jetzt eine Strategieschrift vorgelegt, die das europäische Handeln der DFG in den kommenden Jahren definiert. Die Strategie war zuvor in Senat und Hauptausschuss der DFG vorgestellt und diskutiert worden.

Die Europa-Strategie der DFG formuliert innerhalb der drei Handlungsansätze der DFG („Fördern“, „Erschließen“, „Gestalten“) Leitgedanken für das europäische Handeln, beschreibt das aktuelle Engagement und leitet daraus Herausforderungen und insgesamt zehn Ziele für die kommenden Jahre ab. In dem für die Strategie relevanten Zeitraum bis 2030 werden auf EU-Ebene insbesondere die „ERA Policy Agenda“ weiterentwickelt, die die Maßnahmen zur Ausgestaltung des Europäischen Forschungsraums umfasst, sowie ein neues EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (FP10, 2028–2034) verabschiedet. Die Europa-Strategie der DFG beschreibt, wie sich die DFG in beide Prozesse einbringen wird. Demnach will sich die DFG auch weiterhin dafür einsetzen, dass Forscher*innen aus Deutschland und aus anderen europäischen Ländern möglichst jederzeit, fächerübergreifend und themenoffen bi- und multilaterale Forschungsprojekte beantragen können – in Ergänzung zu den EU-Rahmenprogrammen für Forschung und Innovation. Neben dem weiteren Ausbau der Zusammenarbeit mit Förderorganisationen in Europa (Ziel 1) wird sich die DFG aktiv in die „Weave-Initiative“ einbringen, bei der Forscher*innen aus Deutschland Forschungsprojekte mit Partner*innen aus bislang sechs europäischen Ländern beantragen können, die im Lead-Agency-Verfahren von jeweils einer beteiligten Förderorganisation begutachtet werden (Ziel 2).

Zudem plant die DFG, sich für die Entwicklung von gemeinsamen wertebasierten Grundlagen für Forschungskooperationen mit außereuropäischen Partnern einzusetzen, insbesondere in Bezug auf einen angemessenen Umgang mit ihren Risiken. Dabei will sich die DFG im Sinne eines „De-Risking statt De-Coupling“ und entsprechend ihrer „Empfehlungen für den Umgang mit Risiken in internationalen Kooperationen“ für eine umfassende Abwägung von Chancen und Risiken einer Forschungskooperation stark machen (Ziel 3). Darüber hinaus sollen nationale Förderorganisationen in derzeit weniger forschungsstarken Ländern Europas in Zukunft noch besser von der DFG unterstützt werden (Ziel 5). Weitere Ziele umfassen eine bessere Ausgestaltung des nächsten EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation (Ziele 4, 6–7) sowie eine direkte Mitgestaltung bei der Entwicklung adäquater Rahmenbedingungen und Standards für die erkenntnisgeleitete Forschung auf EU-Ebene. Die DFG will sich dabei in die Umsetzung der ERA Policy Agenda einbringen (Ziel 8) sowie geeignete strukturelle Voraussetzungen schaffen, um forschungsrelevante Rahmenbedingungen auf EU-Ebene noch effizienter mitzugestalten (Ziel 9). Schließlich will die DFG sich auch stärker bei EU-Gesetzgebungsprozessen engagieren, die für die Forschung relevant sind, aber außerhalb des Forschungsbereichs initiiert und verantwortet werden (Ziel 10).

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