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2013: Deutsche Polizei und Ministerien testeten Drohnen-Einsatz in Europa

Polizei und Behörden des BMI dachten bereits 2013 über den Einsatz von Drohnen auf dem Gebiet der Bundesrepublik nach. Gleich mehrere Ministerien befassten sich mit der Nutzung von Drohnen, involviert waren ein Institut der Fraunhofer Gesellschaft und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Behörden des Bundesministeriums des Inneren (BMI) haben allerdings die Nutzung größerer Drohnen ins Auge gefasst, um damit schwere Überwachungstechnik transportieren zu können“, heißt es dazu in einem LifeGen.de vorliegendem Papier. Ziel sei der EU-weite Drohnen-Einsatz in der zivilen Luftfahrt ab 2016, schrieb das mittlerweile eingestellte Biotech-Magazin. Wir dokumentieren den damaligen Bericht des Webzines nachfolgend unverändert:


"Die Bundespolizei hatte vor zwei Jahren mit einer Helikopter-Drohne auf der Ostsee erste Tests durchgeführt. Bei der eingesetzten Drohne handelte es sich um einen sogenannten „Unbemannten Missionsausrüstungsträger“ (UMAT). Das Gerät entspricht dem baugleichen System „NEO-S300“ der Swiss UAV AG und kann drei Stunden in der Luft bleiben.


Beim Test auf der Ostsee wurde nach dem auch dem Bundestag vorliegenden Dokument die Verfolgung des Schiffes mittels GPS-Tracking geübt. Anfallende Daten seien von einer Missionskontrollstation ausgewertet worden. Angeblich habe der „UMAT“ schon vor den Tests auf der Ostsee „erfolgreiche Testflüge über Land“ absolviert. Offen bleibe, „ob dies auch im Auftrag der Bundespolizei geschah“. An Bord sei ein miniaturisierter „Synthetic Aperture Radar“ (SAR) gewesen, den das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik in einem Forschungsprojekt untersucht. Die sogenannten Sensoren zur Fernerkundung tasten die Umgebung ab und stellen sie zwei- oder dreidimensional dar. „Mit dieser Technik wäre die Bundespolizei in der Lage, die Geländebeschaffenheit von Einsatzorten mit hochauflösender Technik abzubilden“, erklärt das Papier die Technologie.


Die Bundespolizei experimentiert dem Dokument zufolge auch mit dem israelischen Flugroboter „Heron 1“, der in Afghanistan auch von der Bundeswehr genutzt wird. Die Federführung des entsprechenden Forschungsprojekts „Demonstration of Satellites Enabling the Insertion of Remotely Piloted Aircraft Systems in Europe“ (Desire) unterliegt dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das Institut arbeite hierfür mit der spanischen Küstenwache zusammen, die seit über zehn Jahren das drohnengestützte Grenzüberwachungssystem „Sistema Integrado de Vigilancia Exterior“ (SIVE) betreibt. Zuständig sei die Guardia Civil, die teilweise dem Militär untersteht. Industriepartner von „Desire“ sind die Rüstungskonzerne Thales und INDRA.


Das DLR plane ab Sommer 2013 umfangreiche „unbemannte Erkundungsflüge“ rund um die südspanische Stadt Murcia und über dem Mittelmeer. „Desire“ wird dem Papier zufolge von der EU-Kommission gefördert und ist zudem ein Vorhaben der European Space Agency (ESA). Langfristiges Ziel sei die erfolgreiche Einbindung von Drohnen in den allgemeinen zivilen Luftraum, wie es für alle Geräte mit einem Abfluggewicht über 150 Kilogramm seitens der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) in Köln ab 2016 für den gesamten EU-Luftraum vorgesehen ist.


In dem Dokument heißt es zudem: "Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz und das Bundeskriminalamt könnten zukünftig Drohnen einsetzen. Dies geht aus einer Präsentation hervor, die ein Mitarbeiter des BMI im Rahmen einer Serie von Workshops der Europäischen Kommission gehalten hat". Der sogenannte UAS Panel Process wurde danach vor zwei Jahren von der Generaldirektion „Unternehmen und Industrie“ gestartet. Bis 2012 seien zahlreiche Vorträge gehalten worden, "die sich mit der Verfügbarkeit und dem Einsatz von Flugrobotern unterschiedlicher Größe befasst haben".

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