Orgasmus pur: Der G-Punkt als weibliche Prostata

Der G-Punkt gilt seit jeher als mystischer Ort der Lust - der am Mount Sinai School of Medicine in New York arbeitende Neurogenetiker Sharon Moalem lüftete in einem neuen Buch das ultimative Geheimnis: Die Stelle sei lediglich die Stelle, an dem sich die weibliche Prostata optimal stimulieren lässt.


von Vlad Georgescu


Für die damalige britische Innenministerin Jacqui Smith kam das Ende der Karriere in Form zweier Pornofilme daher. Auf Staatskosten hatte sich der Ehemann der Politikerin das Filmmaterial besorgt – die Welle der Empörung über den Spesenskandal im Juni 2009 fegte über die Insel. Womöglich hätte Smith einfach einen anderen Streifen bestellen sollen: 6 Minuten und 12 Sekunden dauert beispielsweise jene medizinisch wertvolle Sequenz im „British Cum Queen“, das vor mittlerweile fast zwei Jahrzehnten – ebenfalls auf Staatskosten – die Zensurbehörde British Board of Film Classification (BBFC) bestellte. Nach ausgiebiger Betrachtung der nackten Tatsachen kamen die obersten Zensoren des Königreichs zu einem eindeutigen Ergebnis. Die in der Sexszene erkennbaren Frauen schienen auf dem Höhepunkt der Lust zu ejakulieren. Weil es aber nach damaliger ärztlicher Sicht der Dinge so etwas nicht gab, musste es sich um Urinieren handeln – und die Verbreitung derartiger Obszönitäten ist im Lande Ihrer Majestät nicht nur verpönt, sondern gesetzlich verboten.


Womöglich wird sich der Orgasmus im Zeichen der Krone neu definieren lassen. Denn Neurogenetiker Moalem präsentierte 2009 harte medizinische Fakten, die den Zensoren ihrer Majestät den Schweiß auf die Stirn treiben lassen dürften: Die weibliche Ejakulation, folgert der Amerikaner, existiert – als Motor der Lust hat er die weibliche Prostata ausgemacht.