Deutschland investiert lediglich 109,5 Milliarden Euro in F&E

Das Land der Dichter und Denker muss sich in Sachen Forschungsförderung genügsam zeigen: Wie das Statistische Bundesamt aktuell berichtet, flossen im Jahr 2019 lediglich 109,5 Milliarden in die Kassen forschender Einrichtungen. Der Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag damit bei 3,2 Prozent.


Von den 109,5 Milliarden Euro Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung im Jahr 2019 entfielen laut Destatis 75,6 Milliarden (69 %) auf den Wirtschaftssektor, 19,0 Milliarden (17,3 %) auf die Hochschulen und 15,0 Milliarden (13,7 %) auf außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.


Der größte Teil der Ausgaben für außeruniversitäre Forschung entfiel danach mit 6,6 Milliarden Euro (43,9 %) auf die Naturwissenschaften, weitere 4,2 Milliarden Euro (27,8 %) flossen in die ingenieurwissenschaftliche Forschung. Für Forschung im Bereich der Humanmedizin wurden 1,5 Milliarden Euro (10,0 %) ausgegeben, zudem 1,1 Milliarden Euro (7,2 %) in den Geisteswissenschaften, 1,0 Milliarde Euro (6,5 %) in den Sozialwissenschaften und 0,7 Milliarden Euro (4,7 %) in den Agrarwissenschaften.


Zu den rund 1.000 außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die in diese Statistik einbezogen wurden, gehören zum einen Einrichtungen in der Hand von Bund, Ländern und Gemeinden, zum anderen öffentlich geförderte private Einrichtungen ohne Erwerbszweck. Auf die rund 300 Einrichtungen der gemeinsam von Bund und Ländern geförderten Forschungsorganisationen entfielen 2019 mit 11,2 Milliarden Euro knapp drei Viertel (74,6 %) der gesamten außeruniversitären Forschungsausgaben. Davon gaben die Helmholtz-Zentren 4,7 Milliarden Euro, die Institute der Fraunhofer-Gesellschaft 2,7 Milliarden Euro, die Institute der Max-Planck-Gesellschaft 2,1 Milliarden Euro und die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft 1,6 Milliarden Euro aus.


Die rund 90 Forschungseinrichtungen von Bund, Ländern und Gemeinden hatten 2019 mit 1,5 Milliarden Euro einen Anteil von 10,1 % an den gesamten außeruniversitären Forschungsausgaben. Sonstige öffentlich geförderte Forschungseinrichtungen einschließlich der wissenschaftlichen Bibliotheken und Museen, gaben zusammen 2,3 Milliarden Euro (15,3 %) für Forschung und Entwicklung aus.


Bei der Interpretation der Daten für das Jahr 2019 ist Destatis zufolge zu beachten, "dass diese den Stand vor der Corona-Pandemie abbilden. Darüber, in welchem Ausmaß sich die seit Frühjahr 2020 herrschende Ausnahmesituation auf den Umfang und die Strukturen von Forschungsaktivitäten auswirkt, kann zurzeit noch keine Aussage getroffen werden2.

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