Chronischer Stress ist schlecht für gebrochene Knochen
- Corax Consultants LLC
- 19. Juni 2023
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Eine Studie der Ulmer Universitätsmedizin hat die molekularen Mechanismen identifiziert, über die psychische Traumen und andere massive Stresserfahrungen die Heilung von Knochenbrüchen verzögern.
“Eine kontinuierliche Stressbelastung führt dazu, dass Immunzellen ein bestimmtes Enzym produzieren, das wiederum die Ausschüttung von Stresshormonen bewirkt, die die Knochenbildung hemmen“, bringt Studienkoordinator Professor Stefan Reber das Ergebnis der Untersuchung auf einen einfachen Nenner.
Der Neurobiologe leitet an der Ulmer Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie die Sektion für Molekulare Psychosomatik und hat gemeinsam mit Professorin Melanie Haffner-Luntzer vom Institut für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik die Studie koordiniert. Veröffentlicht wurde die Arbeit in der Fachzeitschrift Nature Communications.
Die Studie hat bereits eine gewisse praktische Relevanz. Schon jetzt lassen sich aus den Befunden Empfehlungen für die klinische Praxis ableiten. So könnte es ratsam sein, bei der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Knochenbrüchen und anderen massiven Verletzungen die persönliche Stresshistorie zu berücksichtigen. Unter Umständen macht es Sinn, Beta-Blocker einzusetzen, um den negativen Einfluss von Stresshormonen bzw. Katecholaminen auf die Knochenheilung zu dämpfen.
Originalpublikation:
Neutrophil-derived catecholamines mediate negative stress effects on bone. Miriam E. A. Tschaffon-Müller, Elena Kempter, Lena Steppe, Sandra Kupfer, Melanie R. Kuhn, Florian Gebhard, Carlos Pankratz, Miriam Kalbitz, Konrad Schütze, Harald Gündel, Nele Kaleck, Gudrun Strauß, Jean Vacher, Hiroshi Ichinose, Katja Weimer, Anita Ignatius, Melanie Haffner-Luntzer & Stefan O. Reber; in: Nature Communications volume 14, Article number: 3262, 5 June 2023 https://doi.org/10.1038/s41467-023-38616-0


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