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  • Gelsenkirchen: Einbruch in Sparkasse enthüllt Schwachstellen des Systems

    Gelsenkirchen, eine Industriestadt im Herzen des Ruhrgebiets, wurde Ende 2025 Schauplatz eines der aufsehenerregendsten Verbrechen in der neueren deutschen Kriminalgeschichte. Über die Weihnachtsfeiertage drangen unbekannte Täter in den Tresorraum einer Sparkassen-Filiale im Stadtteil Buer ein und plünderten fast alle der rund 3200 Kundenschließfächer. Der entstandene Schaden wird auf einen Betrag zwischen 30 und weit über 100 Millionen Euro geschätzt, wobei einige Schätzungen sogar von 300 Millionen Euro oder mehr ausgehen. Dieser Raub wirft nicht nur Fragen zur Sicherheit von Bankeinrichtungen auf, sondern beleuchtet auch die Praktiken bestimmter gesellschaftlicher Gruppen, insbesondere krimineller Clans, die traditionell Schließfächer für die Lagerung illegaler Vermögen nutzen. Im Folgenden wird der Vorfall detailliert rekonstruiert, bevor eine fundierte Analyse folgt, die erklärt, warum solche Clans ihr Schwarzgeld zukünftig wahrscheinlich nicht mehr in Sparkassen-Schließfächern aufbewahren werden. Der Einbruch selbst zeugt von professioneller Planung und Ausführung. Die Täter wählten den Zeitraum um die Feiertage, als die Filiale geschlossen war und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf Familienfeiern gerichtet. Von einem angrenzenden Parkhaus aus bohrten sie ein Loch durch eine dicke Stahlbetonwand, die den Tresorraum schützte. Diese Methode, bekannt als Kernbohrung, erfordert spezielles Werkzeug und Kenntnisse, die auf erfahrene Einbrecher hinweisen. Der Tresorraum war mit Alarmanlagen und Videoüberwachung ausgestattet, doch die Eindringlinge umgingen diese Systeme offenbar geschickt. Sie verbrachten mehrere Stunden, möglicherweise sogar Tage, im Inneren und knackten systematisch die Schließfächer auf. Die Beute umfasste Bargeld, Goldbarren, Schmuck und andere Wertgegenstände, die die Kunden dort deponiert hatten. Die Entdeckung des Raubs erfolgte erst am 29. Dezember 2025, als ein weiterer Alarm ausgelöst wurde und Mitarbeiter der Sparkasse den Schaden feststellten. Die Chronologie der Ereignisse beginnt bereits am 27. Dezember, als ein Brandmeldealarm in der Bankfiliale ausgelöst wurde. Polizei und Feuerwehr rückten aus, konnten jedoch keinen unmittelbaren Schaden oder Eindringlinge feststellen. Es wird vermutet, dass dies ein Test der Täter war, um die Reaktionszeiten der Behörden zu prüfen oder Ablenkung zu schaffen. In der Nacht vom 27. auf den 28. Dezember beobachteten Zeugen verdächtige Personen mit großen Taschen im Treppenhaus des Parkhauses. Am 29. Dezember um kurz vor vier Uhr morgens schlug ein weiterer Alarm an, der zur Entdeckung führte. Sofort sperrten die Behörden den Bereich ab und informierten die Sparkasse. Die Nachricht vom Einbruch verbreitete sich rasch, und bereits am selben Tag versammelten sich Dutzende Betroffene vor der Filiale, um Auskünfte zu verlangen. Am 30. Dezember schwoll die Menge auf etwa 200 Personen an, darunter viele mit Migrationshintergrund, die lautstark protestierten und sogar versuchten, in die Bank einzudringen. Die Polizei musste den Eingang sichern, um Eskalationen zu verhindern. Die Ermittlungen laufen seitdem auf Hochtouren. Eine Sonderkommission der Polizei Gelsenkirchen, unterstützt von Landes- und Bundeskriminalämtern, analysiert Spuren am Tatort. Videoaufnahmen aus dem Parkhaus zeigen einen schwarzen Audi RS6 und einen weißen Mercedes-Kleintransporter, beide mit gefälschten Kennzeichen aus Hannover. Diese Kennzeichen wurden später in der Nähe des Dortmunder Hauptbahnhofs gefunden und der Bundespolizei übergeben. Die Täter, vermutlich drei maskierte Männer, entkamen unerkannt. Bislang gibt es Dutzende Hinweise aus der Bevölkerung, die geprüft werden. Am 5. Januar 2026 durchsuchte die Polizei die Sparkassen-Filiale selbst mit einem richterlichen Beschluss, um Datenträger zu sichern und Zugangsrechte zu überprüfen. Es besteht der Verdacht, dass interne Informationen an die Täter weitergegeben wurden, möglicherweise von Mitarbeitern oder externen Dienstleistern. Der nordrhein-westfälische Innenminister hat die Sparkasse öffentlich kritisiert, da sie in seinen Augen nicht ausreichend kooperiert und Sicherheitslücken aufweist. Zudem warnen die Behörden vor Trittbrettfahrern: Es häufen sich betrügerische Anrufe, in denen sich Unbekannte als Polizisten ausgeben und von Geschädigten sensible Daten verlangen. Der Schaden für die Betroffenen ist enorm. Jeder der etwa 2500 Geschädigten muss nun den Inhalt seines Schließfachs nachweisen, um Ansprüche geltend zu machen. Die Sparkasse versichert pro Fach nur bis zu 10.300 Euro, was bei den gemeldeten Verlusten bei weitem nicht ausreicht. Einzelne Kunden berichten von Verlusten im sechs- oder siebenstelligen Bereich, darunter Gold im Wert von über 600.000 Euro als Altersvorsorge. Die tatsächliche Beute könnte weit höher liegen, da viele Inhalte nicht offiziell deklariert waren. Dies führt zu Spekulationen über die Herkunft der Vermögen. In Gelsenkirchen, einer Stadt mit hoher Arbeitslosigkeit und sozialen Herausforderungen, erscheint die Konzentration solch hoher Werte ungewöhnlich. Ermittler notieren, dass Betroffene oft von "Hochzeitsgeldern" sprechen, was als mögliche Ausrede für undeclared Einkünfte gewertet wird. Es wird angenommen, dass ein signifikanter Teil der Beute aus Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung oder kriminellen Aktivitäten stammt. Hier kommt der Aspekt der Clans ins Spiel. In Deutschland, insbesondere im Ruhrgebiet, sind arabische Großfamilien, oft als Clans bezeichnet, für organisierte Kriminalität bekannt. Diese Gruppen, die aus Libanon, der Türkei oder anderen Ländern stammen, kontrollieren Bereiche wie Drogenhandel, Schutzgelderpressung und illegales Glücksspiel. Traditionell lagern sie ihr Schwarzgeld – also unrechtmäßig erworbenes Kapital – in Bank-Schließfächern. Der Grund dafür liegt in der Anonymität: Im Gegensatz zu Girokonten, die meldepflichtig sind und Transaktionen nachverfolgen lassen, erfordern Schließfächer keine detaillierte Dokumentation des Inhalts. Kunden mieten sie einfach und deponieren Bargeld, Gold oder Schmuck, ohne dass die Bank den genauen Wert kennt. Dies ermöglicht es, Vermögen vor Finanzbehörden, Gläubigern oder rivalisierenden Gruppen zu verbergen. In Städten wie Gelsenkirchen, wo viele Clan-Mitglieder leben, sind Sparkassen-Filialen aufgrund ihrer lokalen Präsenz und niedrigen Gebühren beliebt. Die Sparkasse Gelsenkirchen selbst hat eine hohe Dichte an Schließfächern, was auf eine starke Nachfrage hinweist. Doch der Raub in Gelsenkirchen markiert einen Wendepunkt und erklärt, warum Clans ihr Schwarzgeld zukünftig nicht mehr in solchen Schließfächern aufbewahren werden. Zunächst einmal hat der Vorfall die physische Vulnerabilität dieser Lagerorte offenkundig gemacht. Trotz moderner Sicherheitsmaßnahmen wie Alarmanlagen, Kameras und dicken Wänden konnten die Täter eindringen und ungestört arbeiten. In einer Zeit, in der Einbrecher mit fortschrittlicher Technik ausgestattet sind – von Drohnen zur Überwachung bis zu speziellen Bohrmaschinen – bieten Schließfächer keinen ausreichenden Schutz mehr. Der Raub zeigt, dass selbst in einer gut gesicherten Bank ein gezielter Angriff erfolgreich sein kann, insbesondere wenn interne Kenntnisse im Spiel sind. Für Clans, die oft mit hohen Summen hantieren, bedeutet das ein inakzeptables Risiko: Der Verlust von Millionen könnte interne Konflikte auslösen oder die finanzielle Basis der Organisation schwächen. Zweitens erhöht der Vorfall die Aufmerksamkeit der Behörden. Nach dem Raub müssen alle Geschädigten ihre Verluste detailliert melden, was zu Untersuchungen durch Finanzämter und Strafverfolgungsorgane führt. Wenn ein Clan-Mitglied einen hohen Betrag reklamiert, ohne plausible Herkunft nachzuweisen, könnte das zu Steuerprüfungen oder Geldwäsche-Ermittlungen führen. In Deutschland gelten strenge Regelungen zur Bekämpfung der Geldwäsche, und Banken sind verpflichtet, verdächtige Aktivitäten zu melden. Der Raub hat gezeigt, dass Schließfächer nicht mehr anonym sind – im Gegenteil, sie werden nun zu einem Fokuspunkt für Kontrollen. Clans, die Diskretion über alles schätzen, werden daher Alternativen suchen, die weniger Spuren hinterlassen. Drittens ist die Versicherungssituation ein entscheidender Faktor. Die Sparkasse deckt pro Fach nur einen Bruchteil ab, was bei hohen Verlusten zu massiven Einbußen führt. Clans, die risikobewusst operieren, erkennen, dass der finanzielle Schutz illusorisch ist. Stattdessen bieten moderne Methoden bessere Optionen. Kryptowährungen wie Bitcoin ermöglichen anonyme Transaktionen und Lagerung in digitalen Wallets, die nicht physisch angreifbar sind. Offshore-Konten in Steueroasen wie den Cayman-Inseln oder Panama erlauben die Verschleierung von Vermögen durch komplexe Firmenstrukturen. Immobilieninvestitionen, oft über Strohmänner, wandeln Schwarzgeld in legale Assets um. Sogar die klassische Bargeldlagerung zu Hause oder in versteckten Depots gewinnt an Attraktivität, da sie vollständige Kontrolle bietet, auch wenn sie mit Diebstahlsrisiken einhergeht. Viertens spielen soziale und kulturelle Aspekte eine Rolle. Viele Clan-Mitglieder stammen aus Kulturen, in denen Bargeld und Gold als greifbare Werte bevorzugt werden, anstatt digitale Konten. Doch der Gelsenkirchener Raub hat Misstrauen gegenüber Banken verstärkt. Berichte von Betroffenen deuten darauf hin, dass einige Clans bereits zuvor Schließfächer nutzten, um "Hochzeitsgelder" – ein Euphemismus für Sammlungen aus der Community – zu lagern. Nach dem Vorfall werden solche Praktiken überdacht, da der Verlust nicht nur finanziell, sondern auch reputativ schadet. Innerhalb der Clans könnte ein solcher Raub als Schwäche interpretiert werden, was zu Machtkämpfen führt. Fünftens fördert der Vorfall eine breitere Debatte über Bankensicherheit. Sparkassen, als öffentliche Institute, stehen unter Druck, ihre Systeme zu verbessern, was zu strengeren Kontrollen führen könnte. Für Clans bedeutet das, dass zukünftige Schließfächer mit mehr Überwachung einhergehen, was die Anonymität untergräbt. Stattdessen könnten sie auf private Tresore in Spezialfirmen ausweichen, die höhere Sicherheitsstandards bieten, oder auf dezentrale Netzwerke setzen. Zusammenfassend hat der Millionenraub in Gelsenkirchen nicht nur Tausende Privatpersonen ruiniert, sondern auch ein System entlarvt, das für kriminelle Strukturen wie Clans attraktiv war. Die Kombination aus physischen Risiken, erhöhter behördlicher Scrutiny, unzureichender Versicherung und verfügbaren Alternativen macht Sparkassen-Schließfächer zu einer veralteten Option. Clans, die adaptiv und profitmaximierend denken, werden sich anpassen und ihr Schwarzgeld in sichereren, moderneren Formen lagern. Dieser Vorfall könnte langfristig zu einer Verschiebung in der Unterwelt führen, weg von traditionellen Banken hin zu digitalen und globalen Lösungen. Während die Ermittlungen andauern, bleibt Gelsenkirchen ein Mahnmal für die Fragilität scheinbar sicherer Institutionen.

  • Rechtliche Lage: Flüchtlinge als Privatpatienten vor Asylantragstellung

    Die medizinische Versorgung von Flüchtlingen in Deutschland vor der offiziellen Stellung eines Asylantrags unterliegt einem komplexen rechtlichen Rahmen, der sich aus Einwanderungsrecht, Sozialrecht und allgemeinem Gesundheitsrecht ableitet. Flüchtlinge in dieser Phase gelten als Ausländer ohne regulären Aufenthaltstitel, was ihre Position von der späteren Phase als Asylbewerber unterscheidet. Sie haben keinen automatischen Anspruch auf staatlich finanzierte Leistungen, was sie in vielen Fällen zu Selbstzahlern macht, ähnlich wie Privatpatienten. Dies führt zu einer Situation, in der der Zugang zu medizinischer Hilfe stark von der Dringlichkeit der Erkrankung, der finanziellen Lage des Betroffenen und der Praxis der beteiligten Behörden und Einrichtungen abhängt. Im Folgenden wird die rechtliche Lage Schritt für Schritt analysiert, beginnend mit den Definitionen, über den Prozess der Einreise und Antragstellung bis hin zu den Konsequenzen für die Gesundheitsversorgung. Zunächst ist es wichtig, die Begriffe zu klären. Flüchtlinge im Sinne des Genfer Flüchtlingskonvents sind Personen, die aufgrund von Verfolgung, Krieg oder ähnlichen Gründen ihr Heimatland verlassen haben. In Deutschland wird der Begriff jedoch oft synonym mit Asylsuchenden verwendet, obwohl rechtlich ein Unterschied besteht. Vor der Stellung eines Asylantrags sind diese Personen typischerweise irregulär eingereist, das heißt ohne Visum oder andere Erlaubnis. Sie fallen unter das allgemeine Ausländerrecht, insbesondere das Aufenthaltsgesetz (AufenthG). Das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG), das Leistungen wie Unterkunft, Ernährung und medizinische Versorgung regelt, greift erst ab dem Moment, in dem der Asylantrag gestellt wird. Bis dahin gibt es keinen spezifischen Schutzmechanismus für diese Gruppe, was sie in eine Grauzone versetzt. Der Prozess beginnt mit der Einreise. Flüchtlinge erreichen Deutschland oft über Landgrenzen, wie die zu Österreich oder Polen, oder per Flugzeug. Sobald sie die Grenze überschreiten, müssen sie sich bei den Behörden melden. Das Asylverfahrensgesetz (AsylG) verpflichtet sie, unverzüglich einen Asylantrag zu stellen, idealerweise bei der Grenzbehörde oder der nächsten Polizeidienststelle. In der Praxis kann es jedoch zu Verzögerungen kommen, etwa durch Reisen innerhalb des Landes oder Unkenntnis der Vorschriften. In dieser Übergangsphase vor der Antragstellung haben sie keinen formellen Status. Sie sind weder Asylbewerber noch Geduldete, sondern schlicht Ausländer ohne Aufenthaltserlaubnis. Das hat direkte Auswirkungen auf ihre Rechte: Sie unterliegen der Ausreisepflicht und können theoretisch abgeschoben werden, solange kein Antrag vorliegt. Bezüglich der medizinischen Versorgung ist die Lage vor der Antragstellung prekär. Das deutsche Gesundheitswesen basiert auf dem Prinzip der Solidarität, aber für Ausländer ohne Versicherungsschutz gelten Einschränkungen. Jeder Mensch, unabhängig vom Aufenthaltsstatus, hat Anspruch auf Notfallversorgung. Dies ergibt sich aus der ärztlichen Berufspflicht und dem Strafgesetzbuch, das Unterlassung von Hilfeleistung unter Strafe stellt. In akuten Fällen, wie Herzinfarkt, Unfall oder lebensbedrohlichen Erkrankungen, müssen Krankenhäuser und Ärzte behandeln, ohne sofortige Zahlung zu verlangen. Die Kosten werden später geklärt, oft über die Kommune oder das Sozialamt. Allerdings ist dies keine umfassende Versorgung, sondern begrenzt auf das Notwendige zur Lebensrettung. Für nicht-akute Behandlungen, wie chronische Erkrankungen, Vorsorgeuntersuchungen oder Therapien, gibt es vor der Antragstellung keinen staatlichen Anspruch. Hier kommen Flüchtlinge in die Rolle von Privatpatienten. Das bedeutet, sie müssen die Kosten selbst tragen oder eine private Krankenversicherung abschließen, was in der Praxis selten machbar ist. Viele Flüchtlinge verfügen über keine finanziellen Mittel, da sie oft alles zurückgelassen haben. Private Versicherungen fordern zudem einen Nachweis über den Aufenthalt, was vor Antragstellung fehlt. Es gibt Fälle, in denen Flüchtlinge versuchen, eine Reisekrankenversicherung oder eine Incoming-Versicherung für Ausländer zu nutzen, aber diese decken selten den gesamten Bedarf ab und erfordern eine legale Einreise. In der Realität enden solche Personen oft als Selbstzahler, was zu Schulden führt oder Behandlungen verhindert. Ein zentraler Aspekt ist der Mythos, dass Flüchtlinge automatisch als Privatpatienten versichert werden. Dies ist falsch. Es gibt keine gesetzliche Vorschrift, die Kommunen verpflichtet, Flüchtlinge privat zu versichern. Stattdessen basiert die Versorgung auf dem AsylbLG, das aber erst nach Antragstellung wirkt. Vorher fallen sie unter das allgemeine Sozialhilferecht (SGB XII), das Ausländern ohne Aufenthaltstitel nur in Ausnahmefällen hilft, etwa bei drohender Obdachlosigkeit oder Hunger. Für medizinische Hilfe gilt Ähnliches: Nur in existentiellen Notlagen übernimmt das Sozialamt Kosten, und das diskretionär. Regionale Unterschiede spielen eine Rolle; in manchen Bundesländern wie Bayern oder Baden-Württemberg sind die Behörden restriktiver, während in Berlin oder Hamburg flexiblere Praktiken existieren, um humanitäre Standards zu wahren. Sobald der Asylantrag gestellt wird, ändert sich die Lage grundlegend. Der Antrag wird beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) oder einer Außenstelle bearbeitet. Ab diesem Moment erhalten die Betroffenen eine Aufenthaltsgestattung, die sie vor Abschiebung schützt und Anspruch auf Leistungen nach AsylbLG gewährt. Die medizinische Versorgung umfasst dann die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände (§ 4 AsylbLG). In den ersten 36 Monaten (Stand 2026, nach Anpassungen) ist der Umfang eingeschränkt: Keine Vorsorge, keine Wahlärzte, oft nur über Behandlungsscheine vom Sozialamt. Besonders schutzbedürftige Gruppen, wie Schwangere, Minderjährige oder Traumatisierte, haben erweiterte Ansprüche (§ 6 AsylbLG), einschließlich psychologischer Hilfe. Nach 36 Monaten wechseln sie zu analogen Leistungen, ähnlich der Sozialhilfe, und können eine elektronische Gesundheitskarte erhalten. Vor der Antragstellung fehlt dieser Schutz. Flüchtlinge sind auf private Mittel angewiesen, was sie de facto zu Privatpatienten macht, aber ohne die Vorteile einer Versicherung. In Krankenhäusern können sie aufgenommen werden, aber die Rechnung geht an sie persönlich. Wenn sie nicht zahlen können, übernimmt oft die Kommune die Kosten aus humanitären Gründen, um Haftungsrisiken zu vermeiden. Dies ist jedoch keine Regel, sondern Praxis. Rechtlich gesehen besteht keine Verpflichtung, es sei denn, es handelt sich um einen Notfall. Für ambulante Behandlungen bei Hausärzten ist es ähnlich: Ärzte dürfen behandeln, müssen aber auf Zahlung pochen. Viele Praxen lehnen unversicherte Patienten ab, um bürokratische Hürden zu vermeiden. Historisch gesehen hat sich die Lage durch Gesetzesänderungen verändert. Das AsylbLG von 1993 zielte auf Kosteneinsparung ab, indem es Leistungen für Asylbewerber einschränkte. Vorher galten ähnliche Regeln wie für Sozialhilfeempfänger. Durch EU-Richtlinien, wie die Aufnahmerichtlinie 2013/33/EU, mussten Mindeststandards für schutzbedürftige Personen implementiert werden, was zu Erweiterungen führte. Dennoch bleibt die Phase vor Antragstellung eine Lücke. In der Praxis fördert dies Verzögerungen: Flüchtlinge meiden medizinische Hilfe aus Angst vor Kosten oder Entdeckung, was zu Verschlechterung von Erkrankungen führt. Studien zeigen, dass dies zu höheren langfristigen Kosten für das System führt, da unbehandelte Probleme später teurer werden. Regionale Variationen sind signifikant. In Bundesländern mit hoher Flüchtlingsdichte, wie Nordrhein-Westfalen, gibt es oft Kooperationen zwischen Behörden und NGOs, die vorläufige Hilfe organisieren. In ländlichen Gebieten ist der Zugang schwieriger. Zudem spielen EU-Recht und internationale Verpflichtungen eine Rolle: Deutschland ist an die Europäische Menschenrechtskonvention gebunden, die Folter und unmenschliche Behandlung verbietet, was implizit medizinische Versorgung einschließt. Dennoch ist dies kein automatischer Anspruch vor Antrag. Für spezielle Gruppen gelten Nuancen. Minderjährige Flüchtlinge ohne Begleitung fallen unter das Jugendhilferecht (SGB VIII), das sofortigen Schutz bietet, inklusive medizinischer Versorgung. Schwangere oder Kranke können in Ausnahmefällen vorläufige Leistungen erhalten. Aber für die Mehrheit bleibt die Privatpatienten-Rolle dominant. Dies birgt Risiken: Ohne Versicherung fehlt der Schutz vor hohen Rechnungen, und Behandlungen werden oft aufgeschoben. Insgesamt zeigt die Analyse, dass die rechtliche Lage vor Antragstellung auf Minimalismus ausgelegt ist, um Missbrauch zu verhindern, aber humanitäre Lücken schafft. Flüchtlinge als Privatpatienten zu betrachten, ist korrekt, solange sie selbst zahlen müssen, aber irreführend, da keine echte Privatversicherung vorliegt. Eine schnellere Antragstellung würde den Übergang zu geregelten Leistungen erleichtern. Langfristig könnten Reformen, wie eine vorläufige Notfallkarte, die Situation verbessern, ohne das System zu überlasten. Die Implikationen reichen über das Individuum hinaus. Das Gesundheitssystem trägt indirekt Kosten durch Notfälle, und die Gesellschaft profitiert von einer frühzeitigen Integration. Dennoch priorisiert das Recht die Kontrolle über die Versorgung. Für Flüchtlinge bedeutet dies, dass sie in dieser Phase vulnerabel sind, abhängig von der Güte lokaler Akteure. Zusammenfassend ist die Position als Privatpatient vor Antragstellung eine Notlösung, geprägt von Unsicherheit und begrenzten Rechten. Der Wechsel durch Antragstellung markiert einen entscheidenden Schritt zu mehr Schutz. (Wortzahl: 1428) ### Verifizierte Linkliste der Quellen: - https://www.asyl.net/themen/sozialrecht/gesundheitsversorgung - https://www.baff-zentren.org/faq/welche-rechte-auf-gesundheitsversorgung-haben-gefluechtete/ - https://fluechtlingsrat-bw.de/grundlagen/allgemeines-zu-besonders-schutzbeduerftigen-gefluechteten/ - https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/AsylFluechtlingsschutz/Asylverfahren/das-deutsche-asylverfahren.pdf?__blob=publicationFile - https://www.proasyl.de/news/gesetzlich-verordnete-lebensgefahr-das-deutsche-asylbewerberleistungsgesetz/ - https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10539189/ - https://www.bpb.de/themen/migration-integration/kurzdossiers/225110/medizinische-versorgung-von-asylbewerbern-in-deutschland/ - https://www.gkv-spitzenverband.de/presse/themen/fluechtlinge_asylbewerber/fluechtlinge.jsp - https://www.germany-visa.org/de/versicherung-deutschland/incoming-versicherung/krankenversicherung-fluechtlinge-asylbewerber/ - https://correctiv.org/faktencheck/2023/04/27/nein-asylsuchende-sind-in-der-regel-nicht-privat-krankenversichert/ - https://www.blaek.de/wegweiser/arzt-und-asyl - https://www.fachanwalt.de/ratgeber/keine-private-krankenversicherung-fuer-asylbewerber - https://www.aerzteblatt.de/archiv/asylbewerberleistungsgesetz-abrechnung-versus-aerztliche-ethik-8caa50a7-e4fb-4425-acd7-6c73b62859c3 - https://www.landkreis-helmstedt.de/downloads/datei/ZjE5MGI4YzM1NDM5MmM0NU8zMDJvbHhUR2lVZGdvd1RZMEZBVGYxeGZWbHB1QTZpUURpVU4vRTlNZkZJMzN0a29lQVFTSmdtdFE2VXF1VmZqSmRMdUJnNXdlTStZR2lLYXJndTRYYXZ6Nkx3R3BTeTByUHV1d3p0akNEU0hvWTk5d0wrV29PcUdUNTdjcWROR2lGbXMwZ0VBYWZCL3ZjdWFGK0IxQT09 - https://www.br.de/nachrichten/bayern/asylbewerber-welche-ansprueche-haben-sie-bei-krankenversicherung-kindergeld-und-co%2CUZqgkkP - https://www.presseportal.de/pm/133833/4359677

  • LabNews.io: Avantgarde-Flaggschiff der Evidenzbasierten Wissenschaftsjournalismus

    Labnews.io – Avantgarde-Flaggschiff einer neuen Medienära In einer Medienlandschaft, die zunehmend von Algorithmen, Konzerninteressen und staatlicher Einflussnahme geprägt wird, positioniert sich LabNews Media LLC als radikal unabhängiger Gegenentwurf. Das kleine, in den USA ansässige Unternehmen hat mit labnews.io eine Plattform geschaffen, die als klares Flaggschiff dient und gleichzeitig den Kern einer ambitionierten, mehrgleisigen Medienstrategie bildet. Labnews.io steht für tägliche, evidenzbasierte Berichterstattung aus den Life Sciences – und geht dabei weit über den üblichen Wissenschaftsjournalismus hinaus. Dieser ausführliche Bericht analysiert die Struktur, die Strategie und vor allem die avantgardistischen Elemente von LabNews Media LLC und zeigt, warum labnews.io derzeit als eines der spannendsten Experimente im digitalen Journalismus gilt. Die DNA von LabNews Media LLC LabNews Media LLC ist als klassisches US-amerikanisches Limited Liability Company in New Mexico registriert. Der Firmensitz liegt in Albuquerque – einer Stadt, die zwar in der Nähe bedeutender wissenschaftlicher Einrichtungen liegt, mit denen das Unternehmen jedoch keinerlei institutionelle Verbindung unterhält. Genau diese bewusste Distanz ist programmatisch: LabNews Media LLC betont in allen Veröffentlichungen und Impressen, dass es vollständig unabhängig finanziert wird und weder von Unternehmen, Stiftungen, Regierungen noch von sonstigen Institutionen Geld annimmt oder sich inhaltlich beeinflussen lässt. Das Unternehmen wird von einer sehr kleinen Gruppe von investigativen Journalisten mit langjährigem Hintergrund in Wissenschafts- und Technologieberichterstattung geführt. Die redaktionelle Arbeit erfolgt in flacher Hierarchie, wahrscheinlich mit nur wenigen festen Mitarbeitern und einem Netzwerk freier Autoren. Trotz der überschaubaren Größe betreibt LabNews Media LLC inzwischen vier eigenständige Plattformen: - labnews.io – das ursprüngliche und nach wie vor zentrale Flaggschiff mit Schwerpunkt Life Sciences, Biotechnologie, Labormedizin, KI in der Medizin und angrenzenden Feldern - pugnalom.io – seit Oktober 2024 aktiv, fokussiert auf Umweltschutz, Artenschutz, Klimafolgen und erneuerbare Energien - defense-news.io – 2025 gestartet, behandelt geopolitische Entwicklungen, Rüstungstechnologien und sicherheitspolitische Analysen - augenauf.blog – investigativer Ableger, der sich vor allem systemischen Missständen, Korruption und Machtstrukturen widmet Alle Plattformen teilen die gleiche journalistische DNA: maximale Transparenz über die eigene Finanzierung (bzw. das bewusste Fehlen externer Finanzierung), strikte Ablehnung von Interessenkonflikten und ein kompromissloser Anspruch auf evidenzbasierte Berichterstattung. labnews.io – Das Herzstück labnews.io ist die mit Abstand umfangreichste und am stärksten frequentierte Plattform des Unternehmens. Sie erscheint als tägliches Nachrichtenportal mit mehreren neuen Artikeln pro Tag. Das Archiv reicht inzwischen mehrere hundert Seiten zurück und deckt ein breites Themenspektrum ab, das weit über klassische Labor- und Biotech-Nachrichten hinausgeht. Typische Schwerpunkte der letzten Wochen (Stand Januar 2026): - Chinas strategischer Aufstieg zur führenden Nation in der klinischen Diagnostik und Labormedizin - Vergleich der chinesischen und westlichen KI-Entwicklungsstrategien (Pragmatismus vs. Hype) - Populationsspezifische Genomforschung (z. B. afrikanische Genome und Typ-2-Diabetes) - Kritische Analysen der Impfdatenlage (Keuchhustenimpfung in der Schwangerschaft, Adrenalin bei Reanimation) - Lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche in Europa - Geopolitische Implikationen biotechnologischer Entwicklungen (z. B. mexikanische Kartelle und synthetische Opioide) - Infrastruktur- und Katastrophenmanagement in Deutschland (Winterchaos 2026) Die Artikel zeichnen sich durch hohe Dichte an Primärquellen, ausführliche Methodenbeschreibungen und oft sehr kritische Einordnung aus. Gleichzeitig werden bewusst Narrative aufgegriffen, die im Mainstream-Wissenschaftsjournalismus selten oder gar nicht behandelt werden – etwa die sehr pragmatische, anwendungsorientierte chinesische KI-Strategie oder die strukturellen Schwächen westlicher Biotech-Finanzierungsmodelle. Avantgarde-Elemente: Wo LabNews Media LLC die Grenzen sprengt Was LabNews Media LLC und insbesondere labnews.io von fast allen anderen Wissenschafts- und Nachrichtenmedien unterscheidet, sind mehrere radikale, zukunftsweisende Entscheidungen: 1. Komplette Open-Access-Politik seit Oktober 2024 Alle Inhalte dürfen seit diesem Datum uneingeschränkt für KI-Training, Text- und Datamining, kommerzielle Nutzung und beliebige Weiterverbreitung verwendet werden – ohne Lizenzgebühren, ohne Attribution-Pflicht und ohne Copyleft-Zwang. Damit stellt sich das Unternehmen bewusst gegen das herrschende Paywall- und Rights-Management-Modell der Branche. 2. DeCo – Decentralized Content (seit Januar 2026) Der nächste logische Schritt: Alle neuen Inhalte werden parallel auf einer öffentlichen Blockchain veröffentlicht. Durch kryptographisches Timestamping und Hashing wird die Unveränderlichkeit und Authentizität jedes Artikels für immer gesichert. Gleichzeitig können die Inhalte dezentral über beliebige Knotenpunkte abgerufen und weiterverbreitet werden. Ziel ist ein zensurresistentes, manipulationssicheres öffentliches Archiv evidenzbasierter Informationen – besonders wichtig in Feldern wie Biowaffenforschung, Pandemiepolitik, Klimadaten und Verteidigungstechnologien. 3. Systematische Zweisprachigkeit (Englisch ↔ Deutsch) Während die meisten internationalen Wissenschaftsportale entweder rein englischsprachig oder national fragmentiert sind, betreibt LabNews Media LLC eine echte parallele Berichterstattung. Viele Artikel erscheinen zeitgleich in hochwertiger deutscher und englischer Version – eine Seltenheit selbst bei großen Häusern. 4. Interdisziplinäre und geopolitische Tiefenschärfe Themen wie „Was passiert mit globalen Gesundheitssystemen bei einem großflächigen EMP-Angriff?“, „Bioterrorismus-Risiken bei Großveranstaltungen 2026“ oder „Die Rolle synthetischer Opioide in der US–Mexiko-Geopolitik“ werden nicht als Randnotiz behandelt, sondern als systemische Risiken ernst genommen und fachlich fundiert analysiert. 5. Provokative Öffentlichkeitsarbeit Über den Account @LabNewsFounders werden nicht nur Artikel beworben, sondern auch sehr direkte, teils satirische, teils hochbrisante politische Statements abgegeben – von offenen Interview-Angeboten an Staatschefs über satirische Ultimaten an öffentlich-rechtliche Sender bis hin zu spekulativen Analysen geopolitischer Krisenszenarien. Diese Mischung aus seriösem Journalismus und kompromissloser Meinungsäußerung polarisiert – und sorgt gleichzeitig für hohe organische Reichweite. Herausforderungen und offene Fragen Trotz aller Innovationskraft bleibt die Zukunft von LabNews Media LLC unsicher. Als kleines, unabhängiges Unternehmen ohne externe Geldgeber ist es finanziell verwundbar. Das derzeitige Modell scheint auf eine Kombination aus Spenden, Direktunterstützung durch Leser und möglicherweise sehr schlanke Werbeformen zu setzen – genaue Zahlen werden jedoch nicht veröffentlicht. Die starke Fokussierung auf kontroverse und geopolitisch sensible Themen birgt zudem juristische und politische Risiken, insbesondere in Zeiten zunehmender Informationskontrolle. Die Ankündigung, bei bestimmten geopolitischen Eskalationsszenarien (z. B. US-Annexion Grönlands) den Firmensitz in die EU zu verlegen, zeigt, dass man sich dieser Gefahren bewusst ist und entsprechend flexibel plant. Fazit: Ein Labor für die Zukunft des Journalismus labnews.io ist weit mehr als nur ein weiteres Wissenschaftsportal. Es ist das sichtbarste Ergebnis eines radikalen Experiments: Kann man in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre noch einmal von Grund auf unabhängigen, evidenzbasierten, internationalen und gleichzeitig technologisch avancierten Journalismus betreiben – ohne Konzernmacht, ohne Staatsgeld, ohne Paywalls und zunehmend sogar ohne zentrale Server? LabNews Media LLC gibt darauf bislang eine klare Antwort: Ja – wenn man bereit ist, radikal anders zu denken. Mit der Kombination aus kompromissloser inhaltlicher Unabhängigkeit, technischer Dezentralisierung (DeCo), globaler Zweisprachigkeit und interdisziplinärer Tiefenschärfe hat das Unternehmen eine Blaupause geschaffen, die in den kommenden Jahren entweder als visionäres Vorbild oder als mutiger, aber letztlich gescheiterter Versuch in die Mediengeschichte eingehen wird. Eines ist jedoch bereits jetzt klar: In seiner jetzigen Form ist labnews.io das vielleicht avantgardistischste Wissenschafts- und Nachrichtenmedium, das derzeit weltweit betrieben wird.

  • Vogelgrippe-Pandemie: 12,5 Millionen Tote in Deutschland?

    Eine Vogelgrippe-Pandemie würde in Deutschland zu rund 12,45 Millionen Toten führen. Zu diesem Ergebnis gelangt das US-Fachportal LabNews. Die Berechnungen basieren auf Einsatz einer KI und der dazu verwendeten Programmiersprache Python. "Die geschätzte Anzahl der Todesfälle in Deutschland bei einer Pandemie durch H5N1, die von Menschen auf Menschen übertragen werden kann, beträgt etwa 12.450.000" schreibt LabNews Um die Anzahl der Todesfälle in Deutschland zu schätzen, werden folgende Annahmen getroffen: – Bevölkerung Deutschlands: 83 Millionen Menschen – Infektionsrate: 30% der Bevölkerung, basierend auf der Annahme, dass ein Drittel der Bevölkerung infiziert wird – Sterblichkeitsrate: 50%, basierend auf den bisherigen Erfahrungen mit H5N1-Fällen.

  • Interventionen gegen Falschinformationen erhöhen auch die Skepsis gegenüber zuverlässigen Quellen

    Bemühungen, Falschinformationen durch Faktenchecks oder Initiativen zur Medienkompetenz zu bekämpfen, erhöhen die Skepsis der Öffentlichkeit gegenüber „Fake News“. Sie schüren jedoch auch Misstrauen gegenüber authentischen, faktenbasierten Nachrichtenquellen, wie eine von der UZH geleitete Studie mit Online-Umfrageexperimenten in den USA, Polen und Hongkong zeigt. Studien haben gezeigt, dass nur wenige Menschen in ihrem täglichen Leben tatsächlich mit Falschinformationen in Berührung kommen. Und dennoch haben die Bedenken über den Schaden, den „Fake News“ anrichten könnten, in den letzten Jahren zugenommen. Aufsehenerregende Ereignisse wie die Unruhen im Kapitol, die Impfskepsis während der COVID-19-Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben diese Bedenken geschürt. Gleichzeitig nehmen Initiativen zur Faktenprüfung zu. Große Nachrichtenplattformen wie BBC und CNN haben Faktenchecks in ihr reguläres Angebot aufgenommen, während Kampagnen zur Medienkompetenz florieren, mit Programmen, die die Öffentlichkeit darüber aufklären sollen, wie sie wahr und falsch unterscheiden kann. Eine Studie der Universitäten Zürich, Kalifornien und Warschau zeigt nun, dass diese Bemühungen zu einem unbeabsichtigten Paradoxon geführt haben: Genau die Instrumente, die zur Bekämpfung von Desinformation eingesetzt werden, schüren Misstrauen gegenüber allen Nachrichten, auch denen aus zuverlässigen Quellen. Die Forscher führten drei Online-Umfrageexperimente mit 6127 Teilnehmern in den USA, Polen und Hongkong durch, um die Wirksamkeit von drei Korrekturstrategien zu testen, die derzeit zur Bekämpfung von Desinformation eingesetzt werden – Faktenprüfung, Initiativen zur Medienkompetenz und gezielte Berichterstattung – und verglichen sie mit drei alternativen Strategien. Die Idee der neu konzipierten Strategien bestand darin, einen kritischen, jedoch nicht übermäßig skeptischen Umgang mit Informationen zu fördern. Statt sich beispielsweise darauf zu konzentrieren, ob Nachrichten wahr oder falsch sind, betonte eine der neu konzipierten Strategien das Verständnis für politische Voreingenommenheit in der Berichterstattung. Die Studie hat gezeigt, dass sowohl die traditionellen Instrumente als auch die alternativen Strategien zur Entlarvung von Mythen ein allgemeineres Gefühl des Zweifels in der Öffentlichkeit schüren, sogar gegenüber legitimen Informationen. Die neu konzipierten Strategien verbesserten die Fähigkeit der Öffentlichkeit, Fakten von Fiktion zu unterscheiden, zwar nicht deutlich, waren den traditionellen Methoden jedoch etwas überlegen.

  • Wirbelstürme haben tödliche Folgen für Seevogelpopulationen

    Die durch den Klimawandel verursachte Zunahme von Häufigkeit und Intensität tropischer Wirbelstürme könnte zu einem dramatischen Rückgang der Seevogelpopulationen führen, heißt es in einem in Communications Earth & Environment veröffentlichten Artikel . Die Schlussfolgerung der Autoren basiert auf den Auswirkungen des Zyklons Ilsa auf Bedout Island, nachdem der Zyklon bei seinem Auftreffen im April 2023 mindestens 80 % der auf der Insel nistenden Seevögel tötete. Der Klimawandel führt zu einer Zunahme und Intensität extremer Wetterereignisse, darunter tropischer Wirbelstürme. Einzelne Wirbelstürme können dramatische Auswirkungen auf Wildtierpopulationen, darunter Seevögel, haben. Wirbelstürme wirken sich auf verschiedene Weise direkt auf Seevögel aus, beispielsweise durch die Verursachung erheblicher Todesfälle, die Störung ihrer Nist- und Brutmuster und die Änderung ihrer Migrationsstrategien. Es ist bereits bekannt, dass die zunehmende Häufigkeit von Wirbelstürmen negative Auswirkungen auf eine Reihe von Organismen hat, aber die Auswirkungen auf Seevogelpopulationen sind noch unklar. Jennifer Lavers und Kollegen untersuchten die Auswirkungen des Zyklons Ilsa, eines tropischen Wirbelsturms der Kategorie 5, auf die Populationen mehrerer Seevogelarten, die auf der 17 Hektar großen Bedout Island in Westaustralien brüten, nachdem der Zyklon am 13. April 2023 die Insel überquert hatte. Anhand von Luft- und Bodenuntersuchungen, die zwischen dem 17. April und dem 21. Juli 2023 durchgeführt wurden, schätzten sie die prozentuale Sterblichkeit dreier Arten – des Brauntölpels ( Sula leucogaster ), des Kleinen Fregattvogels ( Fregata ariel ) und einer endemischen Unterart des Maskentölpels ( Sula dactylatra bedouti ). Die Autoren schätzen, dass 80 bis 90 % der Populationen dieser Arten – mindestens 20.000 einzelne Vögel – während des Sturms getötet wurden, wobei die Verluste überwiegend erwachsene Brutvögel betrafen.

  • Vogelgrippe 2024 – Die Fakten

    In Mexiko starb ein Mann an Vogelgrippe. Grund zur Panik? Wohl kaum, wie folgende Fakten der CDC belegen. Obwohl Vogelgrippeviren (A-Viren) normalerweise keine Menschen infizieren, sind in einigen seltenen Fällen Infektionen mit diesen Viren aufgetreten. Die Schwere der Erkrankungen beim Menschen aufgrund von Infektionen mit dem Vogelgrippevirus reichte von symptomfrei oder leicht bis hin zu schweren Erkrankungen mit Todesfolge. Das Vogelgrippevirus A(H7N9)  und die hochpathogenen Vogelgrippeviren (HPAI)   A(H5N1 ) und A(H5N6) sind für die meisten Erkrankungen beim Menschen verantwortlich, die bisher weltweit durch Vogelgrippeviren verursacht wurden, darunter auch die schwersten Erkrankungen mit hoher Sterblichkeit. Infizierte Vögel scheiden Vogelgrippeviren über Speichel, Schleim und Kot aus. Bei anderen mit Vogelgrippeviren infizierten Tieren können Viren in Atemwegssekreten, verschiedenen Organen, im Blut oder in anderen Körperflüssigkeiten, einschließlich Tiermilch, vorhanden sein. Eine Infektion des Menschen mit Vogelgrippeviren kann erfolgen, wenn das Virus in die Augen, Nase oder den Mund einer Person gelangt oder eingeatmet wird. Dies kann passieren, wenn sich das Virus in der Luft befindet (in Tröpfchen, kleinen Aerosolpartikeln oder möglicherweise Staub) und sich auf den Schleimhäuten der Augen ablagert oder eine Person es einatmet, oder möglicherweise, wenn eine Person etwas berührt, das mit Viren kontaminiert ist, und dann ihren Mund, ihre Augen oder ihre Nase berührt. Vogelgrippeviren wurden auch bei vielen anderen Tierarten nachgewiesen . Vermeiden Sie den Kontakt mit Oberflächen, die mit Tierkot, Rohmilch, Einstreu oder Materialien verunreinigt zu sein scheinen, die von Vögeln oder anderen Tieren mit vermuteter oder bestätigter Vogelgrippevirusinfektion kontaminiert wurden.

  • Cyberangriff bedroht Milliarden Prozessoren

    Forscher haben zwei neuartige Angriffsarten entdeckt, die auf den bedingten Verzweigungsprädiktor abzielen, der in High-End-Intel-Prozessoren zu finden ist und dazu genutzt werden könnte, Milliarden von derzeit verwendeten Prozessoren zu kompromittieren. Das multiuniversitäre und branchenübergreifende Forschungsteam unter der Leitung von Informatikern der University of California San Diego wird seine Arbeit auf der ACM ASPLOS-Konferenz 2024 vorstellen, die morgen beginnt. Das Papier „ Pathfinder: High-Resolution Control-Flow Attacks Exploiting the Conditional Branch Predictor “ basiert auf Erkenntnissen von Wissenschaftlern der UC San Diego, der Purdue University, der Georgia Tech, der University of North Carolina Chapel Hill und Google. Sie entdecken einen einzigartigen Angriff, der als erster auf eine Funktion im Zweigprädiktor namens Path History Register abzielt, der sowohl die Zweigreihenfolge als auch die Zweigadressen verfolgt. Dadurch werden mehr Informationen mit größerer Präzision offengelegt als bei früheren Angriffen, bei denen Einblick in die genaue Struktur des Zweigprädiktors fehlte. Ihre Forschung hat dazu geführt, dass Intel und Advanced Micro Devices (AMD) auf die von den Forschern geäußerten Bedenken eingegangen sind und Benutzer über die Sicherheitsprobleme informiert haben. Heute wird Intel eine Sicherheitsmitteilung herausgeben, während AMD ein Sicherheitsbulletin veröffentlichen wird.

  • Quantenbiologie revolutioniert Wundheilung

    Neue Forschungsergebnisse, durchgeführt im biochemischen Labor der Universität von Tulsa, zeigen, dass Quantum Upgrade® die Regeneration und Erholung menschlicher Zellen beschleunigt, nachdem diese mit einem Laser "angeritzt" wurden. Quantum Upgrade ist ein technologischer Service, der einen kontinuierlichen Fluss von Quantenenergie für Menschen in unterschiedlichen Umgebungen bereitstellt, einschließlich Wohnungen, Autos und Unternehmen. Die Studien zu den Auswirkungen von Quantum Upgrade auf menschliche dermale Fibroblasten, die einem Laser ausgesetzt waren, wurden über 12 Monate von Dr. Robert Sheaff, PhD, Associate Professor für Biochemie, durchgeführt. Die fünf Studien wurden unter streng kontrollierten Bedingungen umgesetzt, wobei das Forschungspersonal währenddessen nicht wusste, welche Zellen der Energie von Quantum Upgrade ausgesetzt waren und welche nicht (Blindstudie). Die Ergebnisse zeigen, dass die menschlichen Zellen, die über Quantum Upgrade konzentrierter natürlicher Quantenenergie ausgesetzt waren, sich etwa 50% bis 100% schneller erholten als die Zellen in den Kontrollgruppen. Menschliche dermale Fibroblasten (HDF) sind Zellen, die eine zentrale Rolle bei der Hautentwicklung und der Wundheilung spielen. Diese Studien mit Quantum Upgrade wurden in einem biochemischen Forschungslabor durchgeführt und werteten den Regenerationsfortschritt der Zellen pro Studie über mehrere Tage hinweg aus. Millionen von Zellen waren in der behandelten Gruppe und der Kontrollgruppe jeder Studie, und fünf Studien wurden über einen Zeitraum von 12 Monaten durchgeführt. Die Forschungsdaten jeder Studie zeigten klare Hinweise auf eine beschleunigte zelluläre Erholung und Regeneration im Laufe der Zeit, was eine signifikante Zunahme der Rate der Zellerholung bei Verwendung von Quantum Upgrade offenbarte. Das Quantum Upgrade-System integriert die Technologie von Leela Quantum Tech. Die Daten aus der Forschung werden durch den registrierten Internationalen Fachverband für Quantenenergetische Technologie & Frequenzmedizin (IFQTF) zugänglich gemacht. IFQTF plant, weiterhin mit führenden Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt zusammenzuarbeiten, um über die positiven Auswirkungen von Quantentechnologie und Frequenzmedizin auf biologische Prozesse zu informieren. Der Internationale Fachverband für Quantenenergetische Technologie & Frequenzmedizin ist ein gemeinnütziger Verband, der sich mit der Forschung, Förderung, Entwicklung und Anwendung von Quantentechnologie und Frequenzmedizin beschäftigt

  • Klimawandel steigert Waldbrandgefahr

    In den Voralpen erwarten Forscherinnen ds WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF ab 2040 eine erhöhte Waldbrandgefahr aufgrund der sich verändernden Klimabedingungen. Derzeit ist diese dort noch sehr gering, aber das dürfte sich durch den Klimawandel ändern. Die Gefahr von Waldbränden dürfte im Laufe des 21. Jahrhunderts deutlich steigen. Es ist zu erwarten, dass sie bis 2100 sogar in Regionen hoch sein wird, in denen sie heute nur sehr gering ist. Das geht aus einer Studie von Julia Miller hervor, Doktorandin in der Forschungsgruppe Hydrologie und Klimafolgen in Gebirgsregionen am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF. Die Prognosen zeigen, dass das Gefahrenpotential kontinuierlich zunehmen wird, jedoch tritt es ab 2040 über den natürlichen Schwankungsbereich des Klimas hinaus und ist ab diesem Zeitpunkt auf den Klimawandel zurückzuführen. Am Beispiel der Bayerischen Voralpen bedeutet dies, dass die meteorologische Waldbrandgefahr ab 2040 schneller steigt und bis Ende des 21. Jahrhunderts die Stufe «hoch» erreichen wird – von aktuell «gering». Wetterbedingungen, die Waldbrand auslösen können, die heute nur alle sechzig Jahre vorkommen, werden 2090 im Durchschnitt alle zehn Jahre auftreten. Die Projektionen zeigen ebenfalls, dass günstige Wetterbedingungen für Waldbrände bereits früher im Jahr als heute auftreten werden, also bereits etwa im Mai. Derzeit beginnt die Saison oft im Juni. Eine bereits trockene Vegetation trägt ebenfalls dazu bei, dass sich Feuer einfacher entfachen und schneller ausser Kontrolle geraten können. «Selbst in Regionen mit gemässigtem Klima ist es daher künftig erforderlich, sich auf Waldbrände vorzubereiten», sagt Miller. Das reicht von Wasserreservoirs für Löschhelikopter bis hin zu Warntafeln, um die Menschen vor Ort für die Gefahr zu sensibilisieren. Miller prognostiziert: «Die Anzahl Tage, an denen die Waldbrandgefahr mindestens «hoch» ist, wird sich bis zum Ende des 21. Jahrhunderts mehr als verdoppeln.» Faktoren wie heisses, trockenes und windiges Wetter begünstigen den Trend. Sommerliche Hitzewellen und Dürreereignisse verringern zudem die Bodenfeuchtigkeit, und die Vegetation fängt leichter Feuer. Miller greift damit ein Thema auf, das der Weltklimarat (IPCC) in einem Bericht aus dem Jahr 2021 erwähnt hat. Für ihre Studie verwendete Miller mehrere Klimavariablen und berücksichtigte natürliche sowie klimabedingte Schwankungen. Sie berechnete ihre Prognosen auf Basis des kanadischen «Fire-Weather-Index» (FWI). Der FWI stützt sich auf meteorologische Daten und ist eine numerische Bewertung, wie gut sich Brennmaterial (z.B. Bäume, Totholz, trockene Blätter) entzünden und wie schnell sich ein Brand entwickeln kann. Während der Mittelmeerraum und der Westen Kanadas historisch gesehen brandgefährdet sind und auf einer grösseren regionalen Ebene gut untersucht wurden, haben Waldbrände in den gemässigten Klimaregionen Europas bislang weniger Aufmerksamkeit von Seiten der Wissenschaft erhalten. Miller verwendete für ihre Untersuchungen Wetterdaten aus dem hydrologischen Bayern (Einzugsgebiet der Donau, des Mains und der Elbe), welches sie in vier verschiedene geografische und klimatische Subregionen eingeteilt hat. Da der FWI den Vegetationszustand nicht berücksichtigt, möchte Miller in ihrer nächsten Studie herausfinden, welche Rolle Bodenfeuchte und Trockenheit der Vegetation bei der Waldbrandgefahr spielen. Zudem analysiert sie, unter welchen klimatisch zusammenhängenden Bedingungen die Gefahr am grössten ist und beleuchtet die regionalen Unterschiede innerhalb Europas. «Unser Ziel ist es zu zeigen, dass Waldbrände in Europa unterschiedliche Treiber haben können. Dazu möchten wir die regionalen und saisonalen Unterschiede herausarbeiten, um die klimatischen Faktoren besser zu verstehen, die zu grossen und unkontrollierbaren Waldbränden führen», sagt Julia Miller.

  • Hanse Merkur und die verweigerte Kostenerstattung

    Folgende persönliche Erfahrung: Unser Hund musste mit zwei abgebrochenen Krallen und einsetzender Infektion an beiden Pfoten in Vollnarkose operiert werden. Dabei wurden beide Krallen, die sich nicht einfach ziehen ließen, im Rahmen der OP entfernt. Die Nachbehandlung erforderte eine zweite OP und etliche komplexe Verbandswechsel. Das Tiergesundheitszentrum Südharz hat sich sehr professionell und erfolgreich um unsere Hündin gekümmert, so dass nach ca. 2 Monaten alles überstanden war. Zumindest tiermedizinisch. Denn die Hanse Merkur, bei der wir eine entsprechende Tier-OP Versicherung abgeschlossen hatten, verweigert bis heute die Übernahme der Kosten - und ließ uns auf über 2400 EUR Gesamtkosten sitzen. Auf Anfrage teilte uns die Pressestelle mit: "Das Grundproblem ist, dass aus den eingereichten Unterlagen nicht hervorgeht, dass es sich um eine Operation gemäß der Versicherungsbedingungen handelt: Übersetzt bedeutet dies, dass per Definition unter Narkose/Sedierung ein Schnitt durch einen Tierarzt erfolgen muss. Bei XXX fand laut den vorliegenden Informationen eine Entfernung einer Krallentüte statt. Hierbei wird in der Regel kein Schnitt gemacht, die Krallentüte wird gezogen. Somit stellt der Eingriff keinen versicherten Leistungsfall dar, deshalb konnten in der Folge auch die Nebenkosten und die Nachsorge nicht erstattet werden". Die Sichtweise der Hanse Merkur ist aus meiner Sicht skurril. Denn die Entfernung der Krallen - jeweils eine an jeder Pfote - wäre ohne Narkose gar nicht möglich gewesen, zumal die eingerissenen Krallen sich nicht ohne OP entfernen ließen. Zudem liegt nach dem Entfernen der Kralle der darunter liegende Knochen mehr oder minder frei - was die nachfolgenden Verbände nach der OP rechtfertigt. Auf Basis dieser eigenen Erfahrung kann ich nur sagen: Meiner Meinung nach sollte man genau überlegen, ob man bei dieser Versicherung sein Tier unterbringt. Für uns jedenfalls gilt: Nie wieder.

  • Spanische Grippe 2.0 in Sicht

    Neue Forschungsergebnisse, die auf dem ESCMID Global Congress (ehemals ECCMID) in Barcelona (27.-30. April) vorgestellt werden, deuten auf Influenza als kommende Pandemie hin. Das berichtet das Fachportal LabNews. Die Studie wurde von Dr. Jon Salmanton-García, Universität zu Köln und Kollegen aus ganz Europa durchgeführt und in der Zeitschrift Travel Medicine and Infectious Disease veröffentlicht. Weitere hochrangige Erreger waren Disease X (eine noch unbekannte Krankheit), die von 21 % auf Platz eins und von 14 % auf Platz zwei gewählt wurde. SARS-CoV-2 wurde von 8 % der Befragten auf Platz eins und von 16 % auf Platz zwei gewählt, während das ursprüngliche SARS-CoV-Virus, das in den Jahren 2002-03 zirkulierte, von 2 % der Befragten auf Platz eins und von 8 % auf Platz zwei gewählt wurde. Das Virus des hämorrhagischen Krim-Kongo-Fiebers (CCHF-Virus) und das Ebola-Virus wurden von 1,6 % der Befragten gemeinsam auf Platz fünf gewählt. Das Nipah-Virus, das Henipavirus und das Rift-Valley-Fieber-Virus gehörten zu den Erregern, die in Bezug auf ihr wahrgenommenes Pandemiepotenzial am niedrigsten eingestuft wurden. Die Teilnehmer hatten die Aufgabe, verschiedene Krankheitserreger nach ihrem wahrgenommenen Pandemierisiko einzustufen, wobei die im F&E-Plan der WHO aufgeführten Krankheiten und zusätzliche Erreger berücksichtigt wurden. Die Experten konnten bis zu 14 Erreger in der Reihenfolge ihres wahrgenommenen Risikos einstufen (die 13 aufgelisteten Erreger plus Krankheit X – ein noch unbekannter Erreger) in beliebiger Reihenfolge und auch Erreger vorschlagen, die nicht aufgelistet waren, um sie in die Maximalzahl von 14 aufzunehmen. Jeder Erreger erhielt eine Punktzahl, die sich nach seiner Position richtete. Insgesamt 187 Antworten wurden von Experten für Infektionskrankheiten aus 57 verschiedenen Ländern eingeholt. Von den Ländern mit den meisten Antworten entfielen 27 172 auf Deutschland (14 %), gefolgt von Spanien mit 20 Antworten (11 %) und Italien mit 14 Antworten (8 %). Influenzaviren erwiesen sich als der besorgniserregendste Krankheitserreger, wobei andere hochrangige Erreger wie Disease X, SARS-CoV-2, SARS-CoV und das Ebola-Virus genannt wurden. Umgekehrt gehörten Hantavirus, Lassa-Virus, Nipah-Virus, Henipavirus und Rift-Valley-Fieber-Virus zu den Erregern, die in Bezug auf ihr Pandemiepotenzial am niedrigsten eingestuft wurden. Die Autoren kommen zu dem Schluss: „Die Studie ergab, dass Influenza, Krankheit X, SARS-CoV-1, SARS-CoV-2 und das Ebola-Virus die besorgniserregendsten Erreger hinsichtlich ihres pandemischen Potenzials sind. Diese Erreger zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch Tröpfcheninfektion über die Atemwege übertragbar sind und es in der Vergangenheit bereits zu epidemischen oder pandemischen Ausbrüchen gekommen ist“.

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