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Universelles Neugeborenen-Screening auf kongenitale CMV gefordert

Es sei an der Zeit, dass die US-amerikanischen klinischen Laboratorien den Test auf Cytomegalie-Viren (CMV) als Teil des Standard-Screenings für Neugeborene etablieren. Das fordert Michelle Tabb, Chief Scientific Officer beim US-Molekulardiagnostik Spezialisten Diasorin. „In letzter Zeit gab es in dieser Hinsicht einige Fortschritte, denn Minnesota ist der erste US-Bundesstaat, der ein universelles CMV-Screening bei der Geburt genehmigt hat“, so Tab gegenüber dem US-Portal DiagnosticsWorld, und: „Minnesota sollte jedoch nicht allein dastehen“. Denn Neugeborene würden nicht nur dort von einem CMV-Screening profitieren.

Der Hintergrund: Während CMV-Infektionen bei gesunden Erwachsenen oft symptomlos und harmlos sind, kann die gleiche Infektion bei einem sich entwickelnden Fötus gefährlich sein. Angeborene CMV, die durch vertikale Übertragung von der Mutter auf das Kind im Mutterleib verursacht werden, sind mit schwerwiegenden Folgen verbunden, darunter Schwangerschaftsverlust, Hörverlust und neurologische Entwicklungsstörungen wie Mikrozephalie und Krampfanfälle bei den betroffenen Babys.

Frühzeitiges Handeln durch die übliche antivirale Therapie beruhe jedoch „auf der Unterscheidung zwischen angeborenen CMV-Infektionen und den weniger problematischen CMV-Infektionen, die in den Wochen oder Monaten nach der Geburt auftreten können“, so Tabb.

„Ohne ein standardisiertes allgemeines Screening können Fälle von kongenitalem CMV so lange unentdeckt bleiben, bis es viel zu spät ist, um für eine bessere Prognose einzugreifen. Um eine angeborene Infektion zu diagnostizieren, muss CMV anhand von Proben nachgewiesen werden, die dem Baby innerhalb der ersten 21 Lebenstage entnommen wurden“, erklärt die Forscherin.

Auch bei kongenitalen CMV-Fällen sei den Zahlen zufolge ein universelles Screening angebracht. In den USA würden jedes Jahr schätzungsweise 20.000 Babys mit CMV geboren, also eines von 200 Geburten. Nur 1 Prozent dieser Babys wird Tab zufolge aufgrund ihrer Symptome diagnostiziert, so dass eine beträchtliche Anzahl von Risikobabys auf herkömmlichem Wege unentdeckt bleibt.

„Ein flächendeckendes Screening ist heutzutage jedoch nicht mehr die Norm“, kritisiert Tabb.

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