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Exklusiv: Interview mit General Gerhartz zur Taurus-Abhöraffäre

Die Abhöraffäre, bei dem Luftwaffenchef General Ingo Gerhartz vom russischen Auslandsgeheimdienst SVR abgehört wurde, macht deutlich: Deutschland beherrscht die Grundregeln der militärischen Spionageabwehr nicht. Disparum21 hat daher das Kommando Luftwaffe um ein Interview mit General Gerhartz gebeten und die Fragen vorab über Email geschickt. Wir haben die Luftwaffe darüber informiert, dass wir das Interview auch ohne Antworten abdrucken würden - weil wir die Öffentlichkeit über die im Raum stehenden Aspekte informieren müssen. Heute erhielten wir die Antwort vom Kommando Luftwaffe in Berlin: "Leider gibt General Gerhartz derzeit keine Interviews".


Luftwaffengeneral Gerhartz war einfach abzuhören. Foto:Shutterstock
Luftwaffengeneral Gerhartz war einfach abzuhören. Foto:Shutterstock

Lesen Sie nachfolgend exklusiv bei Disparum21 das Interview mit General Gerhartz ohne dessen Antworten:


DISPARUM21: Herr General, Hand aufs Herz: Wie konnte Ihnen als Vollprofi so ein Faux-Pas passieren?


General Gerhartz:

 

DISPARUM21: Spätestens als Sie mit Ihren Kameraden über die Verschleierung der Datentransporte für die Ukraine redeten, hätte doch der Groschen fallen müssen, dass Sie über Webex kommunizieren.


General Gerhartz:

 

DISPARUM21: Ich hatte von 2014 bis 2018 die Möglichkeit, mit der J36 TNT Division der USSOCOM zusammenzuarbeiten, es ging um die Bekämpfung von Geldwäsche und Korruption in Deutschland und auf dem Balkan. Sensible Daten tauschten wir dabei persönlich aus, wobei uns vermutlich auch elektronisch niemand abhörte. War Ihre Sitzung mit der Teilnahme vor einem Hotel-Swimmingpool nicht schlichtweg grob fahrlässig?


General Gerhartz:

 

DISPARUM21: Wir haben uns den Mitschnitt in Gänze angehört, was mittlerweile jetzt jeder machen kann. Wer sich auskennt weiß: Sie haben militärische Geheimnisse verraten. Welche Konsequenzen hätte das, wenn Sie nicht selbst involviert wären?


General Gerhartz:

 

DISPARUM21: Wer Ihrem Gespräch aufmerksam folgt erkennt, dass Sie ohne politisches Mandat sehr weit in die Planung gehen - bishin zur Vertuschungsplanung der direkten Beteiligung der Bundeswehr am Krieg in der Ukraine. Wäre das kein Grund zum Rücktritt?


General Gerhartz:

 

DISPARUM21: Und wenn das Gespräch vom SVR nicht aufgefangen worden wäre, verraten Sie uns doch bitte: Planen Sie noch andere Kampfeinsätze, die in Deutschland operativ konzipiert und über Proxies ausgeführt werden sollen?


General Gerhartz:

 

DISPARUM21: Wenn wir ehrlich sind, ist der Schaden weitaus größer, als rein militärischer Natur. Denn Ihr Gespräch machte klar, dass die USA und UK bereits über Einheiten "in ziviler Kleidung" in der Ukraine unterwegs sind. Warum sollte man in Zukunft den Aussagen von Politik und Bundeswehr noch glauben, zumal genau diese  Beteiligung bislang als Putin-Propaganda dargestellt wurde?


General Gerhartz:

 

DISPARUM21: Wir danken Ihnen für Ihre Zeit.




 

Gerhartz gilt als eine der kompetentesten Generäle der Bundeswehr - und könnte am größten militärischen Abhörskandal der Nachkriegsgeschichte scheitern: Ingo Gerhartz ist deutscher Generalleutnant der Luftwaffe der Bundeswehr und seit dem 29. Mai 2018 der 16. Inspekteur der Luftwaffe.


Dazu schreibt Wikipedia: "Ähnlich jung wie seinerzeit General Johannes Steinhoff übernahm er im Alter von 52 Jahren die Führung der Luftwaffe in einer schweren Krise. Die Einsatzbereitschaft selbst der modernen Systeme wie Eurofighter und A400M war äußerst niedrig. Als Inspekteur verbesserte er erheblich diese Einsatzbereitschaft (um bis zu 80 %, stoppte die Kündigungswelle bei Jet-Piloten und stellte mit Entscheidungen wie die für die Lockheed Martin F-35 als Nachfolgesystem des Kampfjets PA-200 Tornado, die Ausrüstung mit Drohnen, die nächste Hubschrauber-Generation und eine Evolution der Raketenabwehr die Weichen für eine schnelle und konsequente Modernisierung der Luftwaffe".

 

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