Einsamkeitsempfinden der Menschen in Deutschland nimmt zu

Seit März 2020 haben die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus die sozialen Beziehungen vieler Menschen deutlich eingeschränkt. Vor diesem Hintergrund wurde im Juni/Juli 2020 im Rahmen des Deutschen Alterssurveys erfasst, ob sich Personen zwischen 46 und 90 Jahren einsam fühlen. Befragt wurden Menschen, die zuhause leben. Ergebnis der Umfrage: Das Einsamkeitsempfinden war deutlich höher als in den Befragungsjahren 2014 und 2017.


Laut Studie lag im Sommer 2020 der Anteil sehr einsamer Menschen im Alter von 46 bis 90 Jahren bei knapp 14 Prozent und damit 1,5-mal höher als in den Vorjahren. Dieses höhere Einsamkeitsempfinden betreffe unterschiedliche Bevölkerungsgruppen etwa gleich stark: Egal ob Frauen oder Männer, Menschen mit hoher oder niedriger Bildung und egal ob mittleres oder hohes Erwachsenenalter, in der Pandemie seien die Einsamkeitsraten in allen diesen Gruppen in gleichem Maße erhöht.


Die Unterschiede in den Einsamkeitsraten seien zwischen allen Altersgruppen zu jeder Erhebungswelle relativ gering. Ältere Menschen indes hätten kein höheres Risiko, einsam zu sein, als jüngere Menschen.


Der Anstieg der Einsamkeit während der Pandemie sei bedenklich, denn Einsamkeit könne schwerwiegende Folgen für die mentale und körperliche Gesundheit haben. Und je länger sich Menschen einsam fühlten, umso schwieriger falle es ihnen, sich aus eigener Kraft aus diesem Zustand zu befreien. Dazu trage auch bei, dass Einsamkeit als Bedrohung gesellschaftlich oft nicht ernst genommen werde und die Betroffenen sich schämten, darüber zu reden.


Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung von Personen in der zweiten Lebenshälfte. Im Rahmen der Studie werden seit mehr als zwei Jahrzehnten Menschen auf ihrem Weg ins höhere und hohe Alter regelmäßig befragt. An der schriftlich-postalischen Befragung im Juni und Juli 2020 haben 4.762 Personen im Alter von 46 bis 90 Jahren teilgenommen. Der Deutsche Alterssurvey wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

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