Werteverfall in den USA auf Kosten der Kinder

"Amerika hat seinen moralischen Kompass verloren - mit gravierenden Auswirkungen für Kinder und Familien", sagt Tim McCormick, Leiter der SOS-Kinderdörfer in Illinous, USA, im Hinblick auf die Amtseinführung von Joe Biden an diesem Mittwoch. Das Land sei tief gespalten, die Linien verliefen entlang von Hautfarbe, Herkunft und Lebensstandard. Die Lage für Kinder und Familien in Not würde sich mehr und mehr verschlechtern, sie gerieten zunehmend unter Stress. McCormick sagt: "Die Folge davon ist ein starker Anstieg von Missbrauch, Vernachlässigung und Gewalt gegen Kinder."


Besonders die Corona-Pandemie, auf die der Staat nur unzureichend reagiert habe, habe das Land in massive Armut gestürzt. Die Arbeitslosigkeit ist im letzten Jahr auf 20 Prozent gestiegen, entsprechend ist auch die Armut rapide nach oben gegangen. Litten bereits vor der Pandemie 35 Millionen Menschen an Hunger, so hat sich die Zahl durch die Pandemie auf über 50 Millionen erhöht, darunter 17 Millionen Kinder. Fast jeder vierte Haushalt in den USA war 2020 auf Lebensmittelmarken angewiesen. Besonders betroffen sind Schwarze und Latinos: 36 Prozent der Schwarzen sowie 32 Prozent der Latinos hatten 2020 nicht genug zu essen - im Vergleich zu 18 Prozent der Weißen.


Um eine dauerhafte Lösung herbeizuführen, müsse Amerika zu seinen Werten zurückfinden. Präsident Biden müsse schnell und beherzt den Ärmsten helfen. Oberstes Ziel müsse seien, die Existenz aller Menschen zu sichern, nur dann könnten sie emotionale Stabilität entwickeln und Kindern ein friedvolles Lebensumfeld und faire Chancen bieten. "Jedes Kind hat ein Recht darauf!", sagt McCormick.

Die SOS-Kinderdörfer unterstützen Kinder und Familien in den USA vielfach und setzen sich für ihre Rechte ein.

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