TTIP astrus: SPD-Konvent soll Klonfleisch-Verkauf in Deutschland abnicken

LifeGen.de 20.9.2014. CETA und TTIP sollen nach Willen der Bundesregierung schon bald den Handel zwischen der EU und Nordamerika erleichtern. Dafür wirbt SPD-Chef Kanzler unverblümt, und will die Genossen auf dem Parteikonvent überzeugen. Für Verbraucher ist der Einsatz des Vizekanzlers mit oder ohne Chlorhühnchen im Gepäck ein riskantes Unterfangen – mitunter könnte auch Klonfleisch auf deutschen Tellern gelangen.

von Marita Vollborn und Vlad Dan Georgescu



Denn Fakt ist: Neben Nanofood gibt es einen weiteren Bereich, der bar jedweder Kontrolle die Lebensmittelindustrie begeistert: das Geschäft mit Klonfleisch. Darunter versteht man das Fleisch von geklonten Tieren – Tieren mit identischem Erbgut. Was gruselig klingt, wird von Verbrauchern in Deutschland und dem Rest der EU eigentlich auch abgelehnt. Und zunächst scheinen sie bei den Politikern Gehör zu finden. Im Dezember 2013 teilte die EU-Kommission mit, was Millionen von Konsumenten hören wollten: „Die Vorschläge sehen zum einen ein Verbot der Klontechnik bei landwirtschaftlichen Nutztieren und ein Verbot des Inverkehrbringens von lebenden Klontieren und Klonembryonen vor. Zudem dürfen Lebensmittel von Klontieren, zum Beispiel Fleisch oder Milch, in der EU nicht auf den Markt gelangen.“


Tatsächlich gilt das sogenannte reproduktive Klonen von Tieren als eine neue Technologie, bei der es sich nicht um genetisch veränderte Organismen (GVO) handelt. Beliebt ist die Technik bei Züchtern jedoch, weil „größere Mengen an Reproduktionsmaterial von besonders wertvollen Tieren“ erhalten werden können. Zumindest bis Dezember 2013 schien auch die Rechtslage in der EU klar definiert: Für das Inverkehrbringen von Lebensmitteln von Klonen ist eine Zulassung erforderlich. Wer sich die Mitteilung der Kommission im Detail durchliest, kann über die eindeutige Haltung nur staunen. So heißt es in dem geschichtsträchtigen Dokument: „Solange Bedenken in Bezug auf das Tierwohl bestehen, wird in der EU nicht zu landwirtschaftlichen Zwecken geklont, und es werden auch keine Klontiere importiert.“


Dass sich die Kommission um das Wohl unserer Nutztiere nicht wirklich kümmert, werden wir in diesem Buch noch im Detail aufzeigen – warum aber verkündete sie am 18. Dezember 2013 solche verbraucherfreundlichen Parolen? Womöglich aus einem guten Grund: Wenn es um den Import von Klonfleisch und anderen Lebensmitteln aus geklonten Tieren geht, hat die EU schon bald kaum noch etwas zu sagen. Zumindest dann nicht, wenn es sich um Importe aus den USA handelt. Denn das Freihandelsabkommen TTIP öffnet den amerikanischen Klonfood-Exporteuren die Tür nach Europa. Davor warnte die damalige deutsche Verbraucherschutzministerin Ilse Aichinger (CSU) bereits im Juni 2012. Spiegel online hob die Ministerin gar in den Ran