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Systemrelevant: Deutsche Gesellschaft für klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL)

Ohne die Arbeit und Mitglieder der DGKL würde in Deutschland keine einzige Arztpraxis funktionieren: Zwei Drittel aller Diagnosen basieren auf Laboruntersuchungen. Auch Krankenhäuser und Unikliniken müssten faktisch ihre Arbeit einstellen – doch warum? In der heute startenden Reihe „STECKBRIEF“ stellen wir Organisationen vor, die für das Gesundheitssystem systemrelevant sind. Heute im „STECKBRIEF“: Die DGKL.

Wie definiert sich die DGKL? Dazu heißt es auf der Webseite der Organisation: „Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e. V. (DGKL) ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft der Laboratoriumsmedizin in Deutschland. Als Mitglied der European Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine (EFLM) und der International Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine (IFCC) vertritt sie Deutschland in der Laboratoriumsmedizin in Europa und weltweit. Sie ist im Jahre 2003 durch die Fusion der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie (DGKC) und der Deutschen Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin (DGLM) entstanden und hat derzeit mehr als 1100 Mitglieder“.

Was macht die DGKL? Als medizinische Fachgesellschaft erarbeitet sie Leitlinien, die als Standard für Laborärztinnen und -ärzte in Deutschland gelten.

Warum sind diese Leitlinien für Patienten wichtig? Wenn Patienten von ihren behandelnden Ärzten Laborwerte erhalten, erfolgten zuvor die Analysen in spezialisierten Labors. Diese beachten die Leitlinien schon aus juristischen Haftungsgründen. Tun sie das nicht, und erleidet der Patient oder die Patientin auf Grund von fehlerhaften Ergebnissen einen gesundheitlichen Schaden, können Labor und Arzt auf Schadenersatz verklagt werden.

Sind die von der DGKL erarbeiteten Leitlinien Gesetz? Nein. Doch spätestens in kritischen Situationen sind Labormediziner und behandelnde Ärzte gut beraten, gemäß den Leitlinien gehandelt zu haben.

Warum würde ohne DGKL das Gesundheitssystem nicht funktionieren? Weil die DGKL auch für das Referenzinstitut für Bioanalytik (RfB) verantwortlich zeichnet. Dazu schreibt Springer Medizin:

„Das RfB ist Referenzinstitution im Sinne der jeweils geltenden Richtlinien der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung im medizinischen Laboratorium und wird getragen von der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e.V. (DGKL; Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e.V. (DGKL)).“

Und was bedeutet das für mich als Patientin oder Patient? Die Arbeit der DGKL und des RfB gewährleistet, dass medizinisch notwendige Laboruntersuchungen (Blut, Urin, u.a.) nach dem neusten Stand der Wissenschaft durchgeführt werden und somit immer vergleichbar sind. Ob die Untersuchung beispielsweise in Kiel oder in München durchgeführt wird, spielt keine Rolle. Das Ergebnis ist auf Grund der Standards für eine Untersuchung immer gleich.

Kann ich der DGKL trauen, oder stecken große Konzerne dahinter? Die DGKL ist als medizinische Fachgesellschaft unabhängig und frei von Interessenskonflikten. Sie finanziert sich u.a. durch Mitgliedsbeiträge und Spenden – und darf keinen Gewinn erwirtschaften. Die Aufnahmekriterien sind streng, und ein gewähltes Präsidium wacht über die Einhaltung der Satzung der Gesellschaft.

Was die DGKL sonst alles anbietet, können Sie auf der Homepage der Gesellschaft nachlesen.

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