Schädliche Umwelteinflüsse belasten die Gesundheit

Klimawandel, Wasserverschmutzung, Artensterben: Umweltprobleme machen vielen Menschen Sorge. Das geht aus einer repräsentativen Bevölkerungs-Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor, die bereits Ende September 2020 durchgeführt wurde. Mehr als ein Drittel (38,7 Prozent) der insgesamt 3000 Befragten ist dem Papier zufolge der Auffassung, dass Umweltverschmutzung und Umweltschadstoffe die eigene Gesundheit stark oder sehr stark belasten. Deutlich mehr (76,4 Prozent) befürchten, dass in der Zukunft Umweltverschmutzung und Umweltschadstoffe die Gesundheit nachfolgender Generationen beeinträchtigen werden. Drei Viertel sind aufgeschlossen, selbst zum Umweltschutz beizutragen. Frauen zeigen generell ein höheres Engagement. "Den Bürgerinnen und Bürgern ist der Einfluss von Umweltbelastungen auf die Gesundheit bewusst. Jetzt ist die Politik gefragt", folgern die Studienautoren Klaus Zok vom WIdO und Dr. Kai Kolpatzik vom AOK-Bundesverband. "Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, mehr Umweltgerechtigkeit zu schaffen. Alle Menschen brauchen gesunde Lebensbedingungen", fordern die Autoren der Studie.


Der Umweltschutz habe für die Menschen in Deutschland über alle gesellschaftlichen Schichten hinweg eine hohe Bedeutung. Umwelteinflüsse und Umweltschutz würden nicht als Randproblem wahrgenommen. Die große Mehrheit antwortete auf die Frage "Wie wichtig ist Umweltschutz für Sie persönlich?" mit "wichtig" oder "sehr wichtig (87,5 Prozent). Frauen sei das Thema noch etwas wichtiger als Männern (89,3 Prozent; 85,7 Prozent). Dies gilt ebenfalls für Befragte mit höherer formaler Schulbildung im Vergleich zu Befragten mit einfacher Schulbildung (89,0 Prozent; 85,3 Prozent).


Für die meisten (78,9 Prozent) gebe es mehrere Umweltthemen, die ihnen Sorgen bereiten: die Wasserverschmutzung (79,0 Prozent), der Klimawandel (78,8 Prozent) sowie Plastik und Mikroplastik in der Umwelt (77,0 Prozent). Auch die Sorge um einen Verlust der Artenvielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt rangiert in der Bevölkerung weit oben (73,8 Prozent).


Sorge um nachfolgende Generationen


Viele sortgen sich um die Zukunft der Umwelt (72,3 Prozent). Auf die Frage "Was denken Sie, wie stark werden Umweltverschmutzung und Umweltschadstoffe die Gesundheit unserer Kinder und Enkelkinder in den nächsten 25 Jahren belasten?", antworteten mehr als drei Viertel der Befragten mit "stark" oder "sehr stark" (76,4 Prozent). Insbesondere jüngere Erwachsene (< 30 Jahre) zeigen sich hier besorgt (83,4 Prozent).


Auf der Verhaltensebene signalisieren laut Studie drei Viertel der Befragten Aufgeschlossenheit, wenn es darum geht, selbst zum Umweltschutz beizutragen (74,3 Prozent). Laut WIdO-Befragung trennen beispielsweise 87,2 Prozent der Befragten Müll, 70,8 Prozent haben ihren Energieverbrauch gesenkt und 59,6 Prozent haben sich für eine umweltfreundliche Art der Fortbewegung entschieden. Als Grund für ihr umweltbewusstes Verhalten stehen der Umweltschutz und der Nutzen für die eigene Gesundheit ganz oben. Der Gesundheitsaspekt spielt für die Motivation eine große Rolle.


Auswirkungen auf die Gesundheit


Ob in der eigenen Wohnung, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit: Die Umwelt umgibt uns Menschen ein Leben lang. Umweltverschmutzungen und -belastungen beeinflussen direkt die eigene Gesundheit. "Da dieser Prozess größtenteils sehr langsam erfolgt, zeigen sich negative Auswirkungen oft erst nach längerer Zeit", sagt Studienautor Klaus Zok. Laut WIdO-Monitor fühlen sich zwei von fünf Personen stark oder sehr stark durch schädliche Umwelteinflüsse belastet (38,7 Prozent). Die subjektiv erlebten Auswirkungen auf die eigene Gesundheit wurden anhand von drei medizinisch besonders relevante Belastungen (Lärm, Luftverschmutzung und Chemikalien) dargestellt. Lärm wird am häufigsten als belastend erlebt. An erster Stelle steht dabei Straßenverkehrslärm: Ein Fünftel der Befragten fühlt sich dadurch sehr stark oder stark beeinträchtigt, darunter mit 27,6 Prozent am häufigsten die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Stadtbewohner empfinden diese Umweltbelastung stärker als Menschen, die am Stadtrand oder auf dem Land leben. Luftverschmutzung wird am häufigsten durch Autoabgase erlebt, weniger durch Feinstaub oder Industrieabgase. Bei den Fragen zu Chemikalien im Boden, im Wasser oder in der Nahrung fürchten über 40 Prozent, dass Pestizide in der Landwirtschaft negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

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