Osterode: Stadt der Versehrten

Aktualisiert: 10. März

(Kommentar) Man hält viel auf sich in dieser Ex-Kreisstadt - vor allem, wenn man in den Ämtern sitzt und über Steuergelder frei verfügen kann. Da werden die hochgerüsteten Bauhofleute auf die Grünflächen der Stadt befohlen, um Tabula Rasa unter dem Strauch- und Baumbestand zu veranstalten und auszuräumen, was vormals grünte und blühte. Kaum ein Quadratmeter, der von den professionellen Verstümmlern verschont wird.




Neuester Schund der Säger und Hacker: eine Hängeweide am Pferdeteich. Dieses armselige Geschöpf, noch vor nicht einmal zwei Wochen ein stolzes Exemplar seiner Art und kerngesund, kann keinen einzigen seiner Starkäste mehr über das stadtbekannte Gewässer ausbreiten - es ist ökologisch und ästhetisch gesehen eine Ruine, die von Bauhofhand auf ihren vollkommenen Verfall vorbereitet wurde.


Denn Weiden gehören zu den schlecht abschottenden Baumarten: Selbst kleine Wunden können sie kaum durch Kompartimentierung und Überwallen verkraften - eindringende Krankheitserreger haben leichtes Spiel. Es bilden sich Astlöcher und Fäulnisherde, die nicht nur die Vitalität und Lebensspanne des Baumes begrenzen, sondern auch seine Bruchanfälligkeit forcieren. Oder war das die Absicht der Verantwortlichen? Erst Krankschneiden, um letztendlich fällen zu können? Es wäre nicht der erste Baum, der auf diese Weise aus dem Osteroder Stadtbild getilgt würde - von den Sträuchern ganz zu schweigen.






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