Naturschutzgebiet Hainholz wird 50 – außerhalb geht der Gipsabbau weiter

(LifeGen.de, 6.11.2017) Jubiläen sind langfristige Wiedervorlagen, so weiß es der moderne Volksmund – und sie sind eine Gelegenheit, alten Freunden auf die Schulter zu klopfen. So auch an einem nasskalten Spätherbst-Sonntag am südlichen Harzrand: Dort traf sich am 5. November ein illustrer Kreis aus Staatsbediensteten der ehemaligen Oberen und heutigen Unteren Naturschutzbehörde, aus Geologen, Vertretern der Landwirte, des Landvolks und der Forstgemeinschaften, einigen wenigen Politikern und Naturschützern sowie einem interessierten, wohlgesinnten Publikum auf dem Hof des Bioland-Bauern Daniel Wehmeyer, um den 50. Geburtstag des Naturschutzgebietes Hainholz angemessen zu begehen. Alles gut im Harzer Hotspot der Biodiversität?

von Marita Vollborn



Geladen hatte der Förderverein Deutsches Gipsmuseum und Karstwanderweg e.V. und zu Wort kamen in erster Linie die Pioniere der ersten Stunde. So gab der Geologe Firouz Vladi, den Einwohnern Osterodes als engagierter Referent in der Erwachsenenbildung gut bekannt, umfassend Einblick in die Anfangsjahre des Naturschutzgebietes Hainholz, das er bereits während seines Studiums Anfang der 1970er Jahre zusammen mit Kollegen wie Erich Mattern, Fritz Reinboth, Martin Seeger und Stephan F. J. Kempe erforschte. Unter anderem entdeckten die jungen Wissenschaftler damals die Lichtensteinhöhle, eine etwa 115 Meter lange Höhle, die um das erste Jahrtausend vor Christus als Kult- und Bestattungsplatz genutzt wurde.


Die menschlichen Knochen, die dort gefunden wurden, bieten den weltweit größten Erbsubstanz-Pool aus der Bronzezeit. Die Lichtensteinhöhle zählt damit zu den herausragendsten bronzezeitlichen Fundstätten Deutschlands. Stephan F. J. Kempe, bis 2015 Pro