Lungenzerstörung bei COVID-19 lässt sich durch CBD abwenden

Cannabidiol, oder CBD, könnte bei Patienten mit Covid-19 schwere Lungenentzündungen verhindern. Das fanden Forscher des Dental College of Georgia und des Medical College of Georgia heraus. Vor allem Patienten mit Anzeichen von Atemnot würden demnach von CBD profitieren. Selbst extreme Interventionen wie die mechanische Beatmung ließen sich womöglich vermeiden.


"ARDS ist eine der Haupttodesursachen bei schweren Fällen einiger viraler Infektionen der Atemwege, einschließlich des schweren akuten respiratorischen Syndroms mit Coronavirus 2 (SARS-CoV-2). Ent sprechend haben wir einen dringenden Bedarf an besseren Interventions- und Behandlungsstrategien", sagt Dr. Babak Baban, Immunologe und Interim Associate Dean für Forschung am DCG und korrespondierender Autor der Studie in der Zeitschrift Cannabis and Cannabinoid Research.


Ihre CBD-Ergebnisse wurden durch die zusätzliche Entdeckung eines sicheren und relativ kostengünstigen Modells zur Duplizierung der durch ARDS verursachten Lungenschäden ermöglicht.


Offenbar vermag Cannabidiol (CBD) die zerstörerische Immunantwortdurch entzündungsfördernde Zytokine zu unterbinden, während es gleichzeitig den Sauerstoffgehalt im Blut verbessert. Dadurch sei die Lunge in der Lage, sich von den strukturellen Schäden zu erholen, so die Forscher.


Ein großes Problem bei SARS-CoV-2 sei nämlich, dass die überschießende Immunreaktion des infizierten Organismus nicht nur das Virus abtötet, sondern auch die Lunge schnell außer Gefecht setzen kann.


Zwar können mechanische Beatmungsgeräte die lebenswichtigen Funktionen der Lunge für eine Weile übernehmen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass 30-50% der Patienten, die an den Punkt der mechanischen Beatmung gelangen, nicht überleben.


Die Zytokine in diesen inzwischen berühmt-berüchtigten "Stürmen" der Immunantwort sind eine Klasse von Molekülen wie Interferon und Interleukin. Sie werden von Immunzellen und Endothelzellen ausgeschüttet und vermögen Entzündungen sowohl zu fördern, als auch zu hemmen. Im Fall von Covid-19 kommt es zu einer übermäßigen Produktion von entzündungsfördernden Molekülen, darunter den Interleukinen IL-6 und IL-1β sowie von Immunzellen .


Um die therapeutische Wirkung von CBD zu eruieren, untersuchten sie Messwerte der Lungenfunktion bei Mäusen, wie z.B. den Gehalt an proinflammatorischen Zytokinen, den Sauerstoffgehalt im Blut vor und nach der Behandlung, sowie die Temperatur.


Das Ergebnis: Die Sauerstoffwerte stiegen, während die Temperatur und die Zytokinwerte unter der CBD-Therapie sanken. Tatsächlich wurden sowohl die klinischen Symptome als auch die physischen Lungenveränderungen infolge des ARDS durch die CBD-Behandlung rückgängig gemacht, sagen resümieren die Forscher.


Warum CBD die Immunreaktion beruhigen, können die Wissenschaftler ebenfalls erklären:


Es ähnelt den Endocannabinoiden, einem natürlichen Zellsignalsystem in unserem Körper, von dem angenommen wird, dass es an einer Vielzahl von Funktionen beteiligt ist, darunter Entzündungen und Immunreaktionen. CB1 und CB2, die Hauptrezeptoren für dieses System, sind überall im Körper zu finden, einschließlich des Gehirns und des Atmungssystems, wo wir von Menschen gemachte und natürliche Reizstoffe in der Luft einatmen - sowie Viren und Bakterien -, die sich entzünden könnten. Während das Verständnis der Funktionsweise des natürlichen Endocannabinoid-Systems noch in den Kinderschuhen steckt, geht man davon aus, dass CBD Anfälle indirekt über die große Anzahl von CB1-Rezeptoren im Gehirn reduziert, sagt Yu.


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