Ludwig Saar: "Die Abteilung 7 tappt im Dunkeln"

Aktualisiert: März 23

Ludwig Saar ist das Pseudonym eines Insiders aus den engsten Zirkeln der Macht – der punktgenau zum Korruptionsskandal um den CSU-Vize Nüßlein den Thriller „Maskenland“ bei Books on Demand veröffentlichte. Jetzt gibt Saar ein zweites Interview – und erklärt, warum die Ankündigung von Gesundheitsminister Jens Spahn, die Aufklärung des Maskenskandals innerhalb der CDU aufzuklären, eine Nebelkerze ist.

Herr Saar, kurz nach unserem letzten Gespräch hat sich in der Union einiges getan: Jens Spahn, Alexander Dobrindt und Ralf Brinkhaus wollen die Auftragsvergabe transparent machen, CDU-Abgeordnete des Parlaments sollen sich intern freiwillig outen, sofern sie in korrupten Maskendeals involviert waren. Wie finden Sie das?


Saar: Einen Alexander Dobrindt, Mister Mautdebakel, an die Spitze zu setzen, das ist doch grotesk; der dürfte gar nicht mehr im Amt sein. Doch das spielt keine Rolle. Dieser vermeintliche Aufklärungsversuch ist nichts weiter als eine Nebelkerze. Der Wahlkampf 2021 verlangt danach. Fakt ist: Man wird die eigentlichen Machenschaften auf diese Weise nicht aufklären, die Veröffentlichung der Liste im Rahmen der Auftragsvergabe bringt rein gar nichts.


Warum das?


Saar: Weil die Geschäfte für gewöhnlich über ein mindestens dreischichtiges Verfahren liefen. Jene Akteure, die jetzt aufgeflogen sind, haben hingegen direkt abkassiert.


Mit Respekt, das versteht kein Mensch. Beim letzten Mal erwähnten Sie das Open House Verfahren des Bundes…