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HINTERGRUND: Die deutsche Rüstungsindustrie

Die deutsche Rüstungsindustrie ist eine der leistungsfähigsten der Welt und produziert Waffen, Fahrzeuge, Kampfjets und andere Rüstungsgüter für die Bundeswehr und den internationalen Markt. In diesem Artikel erfahren Sie, welche zehn größten deutschen Rüstungsunternehmen es gibt, wie viel sie umsetzen und welche Perspektiven sie haben.




Die Top Ten der deutschen Rüstungsunternehmen



Laut dem Branchenverband BDSV beschäftigt die deutsche Rüstungsindustrie rund 100.000 Menschen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 25 Milliarden Euro. Davon entfallen rund 40 Prozent auf den Export. Die folgende Liste zeigt die zehn größten deutschen Rüstungsunternehmen nach ihrem Umsatz im Jahr 2023:



1. Rheinmetall: Das Düsseldorfer Unternehmen ist der größte deutsche Rüstungskonzern und produziert unter anderem Panzer, Artillerie, Munition, Schutzsysteme und Elektronik. Der Umsatz im Bereich Defence betrug 2023 rund 4,5 Milliarden Euro.


2. Airbus: Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern mit Sitz in Toulouse hat auch einen großen Standort in Deutschland, wo er unter anderem den Kampfjet Eurofighter, den Militärtransporter A400M und den Hubschrauber Tiger herstellt. Der Umsatz im Bereich Defence and Space betrug 2023 rund 4 Milliarden Euro.


3. ThyssenKrupp: Der Essener Konzern ist vor allem für seine Stahlproduktion bekannt, hat aber auch eine starke Sparte für Marine- und U-Boot-Systeme. Der Umsatz im Bereich Marine Systems betrug 2023 rund 2 Milliarden Euro.


4. Diehl: Das Nürnberger Familienunternehmen ist ein wichtiger Zulieferer für die Luft- und Raumfahrtindustrie und stellt unter anderem Lenkflugkörper, Avionik, Radarsysteme und Bordnetze her. Der Umsatz im Bereich Defence betrug 2023 rund 1,5 Milliarden Euro.


5. Krauss-Maffei Wegmann: Das Münchner Unternehmen ist ein führender Hersteller von gepanzerten Fahrzeugen wie dem Leopard 2, dem Puma oder dem Boxer. Der Umsatz betrug 2023 rund 1 Milliarde Euro.


6. MTU Aero Engines: Das Münchner Unternehmen produziert Triebwerke für Kampfflugzeuge wie zum Beispiel den Eurofighter, den Tornado oder den F-35 Joint Strike Fighter. Der Umsatz im Bereich Military Engines betrug 2023 rund 800 Millionen Euro.


7. MBDA: Das europäische Gemeinschaftsunternehmen mit Sitz in Paris hat auch einen großen Standort in Deutschland, wo es unter anderem Lenkflugkörper für Heer, Luftwaffe und Marine herstellt. Der Umsatz in Deutschland betrug 2023 rund 300 Millionen Euro.


8. Jenoptik: Das Optikunternehmen aus Jena produziert mechatronische und sensorische Produkte für militärische Systeme wie zum Beispiel Laserzielgeräte, Nachtsichtgeräte oder Drohnenkameras. Der Umsatz im Bereich Defense & Civil Systems betrug 2023 rund 220 Millionen Euro.


9. Heckler & Koch: Der Handfeuerwaffenhersteller aus Oberndorf am Neckar ist einer der fünf größten Gewehr- und Pistolenherstellern weltweit und Ausrüster der Bundeswehr mit dem Sturmgewehr G36 oder dem Maschinengewehr MG5. Der Umsatz betrug 2023 rund 200 Millionen Euro.


10. Rohde & Schwarz: Das Elektronikunternehmen aus München liefert Kommunikations-, Mess- und Sicherheitstechnik für militärische Anwendungen wie zum Beispiel Funkgeräte, Kryptosysteme oder elektronische Kampfführungssysteme. Der Umsatz im Bereich Secure Communications betrug 2023 rund 150 Millionen Euro.



Die Perspektiven der deutschen Rüstungsindustrie



Die deutsche Rüstungsindustrie profitiert von der steigenden Nachfrage nach moderner und leistungsfähiger Ausrüstung für die Bundeswehr und die internationalen Partner. Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren die Verteidigungsausgaben erhöht und will bis 2024 das Nato-Ziel von 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen. Das bedeutet mehr Investitionen in die Modernisierung und Erneuerung der Streitkräfte, die zum Teil von der deutschen Rüstungsindustrie geliefert werden.



Auch der Export bietet Chancen für die deutsche Rüstungsindustrie, die zu den größten Rüstungsexporteuren der Welt gehört. Vor allem wegen der milliardenschweren Waffenlieferungen in die Ukraine, die von Russland im Februar 2022 angegriffen wurde, steuern die deutschen Rüstungsexporte in diesem Jahr auf einen Rekord zu. In den ersten drei Quartalen hat die Ampel-Koalition bereits Ausfuhren im Wert von 8,76 Milliarden Euro genehmigt und damit mehr als im gesamten Vorjahr (8,36 Milliarden Euro). Bis zum Ende des Jahres dürfte damit der Rekordwert von 2021 mit 9,35 Milliarden Euro übertroffen werden.



Die deutsche Rüstungsindustrie steht aber auch vor Herausforderungen. Zum einen muss sie sich an die hohen ethischen und rechtlichen Standards halten, die die Bundesregierung für den Export von Rüstungsgütern vorgibt. Zum anderen muss sie sich dem internationalen Wettbewerb stellen, der durch neue Akteure wie China oder Indien immer härter wird. Zudem muss sie sich an die technologischen Veränderungen anpassen, die durch die Digitalisierung, die Künstliche Intelligenz oder die Cyber-Sicherheit entstehen.



Fazit



Die deutsche Rüstungsindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und ein bedeutender Akteur in der Sicherheitspolitik. Sie produziert hochwertige und innovative Produkte für die Bundeswehr und den internationalen Markt. Sie hat gute Perspektiven für die Zukunft, muss aber auch hohe Anforderungen erfüllen und sich ständig weiterentwickeln.



Quellen:





: Rüstungsindustrie – Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCstungsindustrie

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