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Golfstaaten produzieren 96 Prozent des Wasserstoffs aus fossilen Quellen

Aus fossilen Brennstoffen werden momentan 96 Prozent des Wasserstoffs hergestellt. Der Bärenanteil aus Erdgas durch „Steam Methane Reforming“ (SMR, Dampfmethanreformierung), was „grauer Wasserstoff“ genannt wird, während „brauner Wasserstoff“ der Kohlevergasung entspringt. Beide Herstellungsarten sind Treibhausgas-intensiv. So genannter „blauer Wasserstoff“ wird ebenfalls aus Erdgas-SMR gewonnen. Da sein Produktionsprozess mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) einhergeht, wird er anders kategorisiert. Da bislang wenig produzierter Wasserstoff „grün“ ist, gilt blauer Wasserstoff gemeinhin als Brücke in eine grüne Zukunft. Die Kapazität der erneuerbaren Energien in der Golfregion ist derzeit begrenzt. Deshalb gilt blauer Wasserstoff als Zwischenziel auf dem Weg zum grünen Wasserstoff: Kein grüner Wasserstoff ohne Erneuerbare. Jedoch laut Wissenschaftlerin Koch seien die Solarparks kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein im gesamten Energiemix der Golfstaaten, der weiterhin von Öl und Gas dominiert werde. Zu diesem Ergebnis gelangt ein Diskussionspapier von Fellow Natalie Koch am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS).


Das Fazit: Für die Akteure am Golf dient Wasserstoff dem Erhalt des sozialen, politischen und wirtschaftlichen Status quo. Fragen der Energiegerechtigkeit blieben jedoch ungelöst.

In den Staaten des Golfrates existiere ein breiter Widerstand gegenüber einem Beenden der Öl- und Gaswirtschaft, schreibt IASS-Fellow Natalie Koch, Professorin für Humangeographie an der Universität Heidelberg und bis vor kurzem Fellow am IASS. Doch gebe es zugleich die Suche nach alternativen Energien – vor allem von der jüngeren Generation. Die meiste Unterstützung vom GCC floss im vergangenen Jahrzehnt in die Solarenergie, schreibt Koch. Insgesamt jedoch sei der Umfang der nicht-fossilen Energieerzeugung in den Golfstaaten nach wie vor sehr gering: Ende 2020 erzeugte die Region Strom von 146 Gigawatt, wovon 3271 Megawatt auf erneuerbare Energien entfielen. Davon sei die PV-Solartechnologie mit rund 70 Prozent die vorherrschende Technologie, gefolgt von CSP-Solartechnologien mit 23 Prozent, vier Prozent des erneuerbaren Stroms entstehe über Biomasse und zwei Prozent über Wind.

Und nun liege der Fokus der arabischen Golfregion auf Wasserstoff – weshalb? Die lokal Verantwortlichen hätten sowohl ein wirtschaftliches als auch ein politisches Interesse daran, sich dem Ruf nach Wasserstoff anzuschließen. Koch belegt dies mit einem Zitat der Dubai Future Foundation, die laut eines Berichtes aktiv dazu beitragen will, dass die Wasserstoffenergie „vom Hype zur Realität“ werde.

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