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Endocannabinoide zur Bekämpfung von Angstzuständen, Schmerzen und Entzündungen

Körpereigene Cannabinoide (Endocannabinoide) spielen eine wichtige Rolle im Gehirn und Immunsystem. Berner Forschende des Nationalen Forschungsschwerpunktes (NFS) «TransCure» haben bereits 2017 einen neuen Weg gefunden, um das Endocannabinoid-System zu beeinflussen. Im Tiermodell konnten entzündungshemmende, schmerzstillende wie auch angstlösende Effekte erzielt werden.


In Zusammenarbeit mit Chemikerinnen und Chemikern der ETH Zürich (Forschungsgruppe Prof. Karl-Heinz Altmann) und der Industrie wurden nach eigenen Angaben der Wissenschaftler "hunderte von Endocannabinoid-Transportinhibitoren künstlich hergestellt, um ideale pharmakologische Eigenschaften zu entwickeln".


Die Forschenden liessen sich für diese Inhibitoren durch einen Naturstoff aus dem Sonnenhut (Echinacea purpurea) inspirieren, einer Medizinalpflanze die häufig bei Erkältungen angewendet wird und teilweise über das Endocannabinoid-System wirkt. Die neu entwickelten Inhibitoren blockieren die Aufnahme der Endocannabinoide durch die Membran von Zellen. Dadurch werden Cannabinoid-Rezeptoren auf Nerven- und Immunzellen aktiviert, was bei Stress- und Entzündungserkrankungen zu einer «Bremse» im Gehirn und im Immunsystem führt und das physiologische Gleichgewicht wiederherstellt.


Endocannabinoide sind fettsäureähnliche Substanzen, die vom Körper produziert werden. Sie aktivieren spezifische Cannabinoid-Rezeptoren und können unter anderem entzündungshemmend oder schmerzstillend wirken. Ähnliche therapeutische Effekte zeigen Cannabis oder Tetrahydrocannabinol (THC) in der klinischen Anwendung – sie sind jedoch mit Nebenwirkungen behaftet. Die körpereigenen Cannabinoide hingegen werden dann in den Zellen produziert, wenn der Körper sie braucht, und können somit nicht überdosiert werden.

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