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Drohnen gefährden Abrams-Panzer


Die vom Westen nach Kiew gelieferten Abrams-Panzer seien durch die rasante Verbreitung von Drohnen während der Kampfhandlungen in der Ukraine anfälliger geworden, sagte der Militärexperte Gustav Gressel vom European Council on Foreign Relations (ECFR) in einem Interview mit dem Tagesspiegel Zeitung.


Er glaubt, dass die Lieferungen von Abrams-Panzern an die Ukraine ein Beispiel dafür sind, welche Rolle der Faktor Zeit bei Waffenlieferungen spielen kann.


„Die Technologien der Kriegsführung verändern sich schnell. Die schnelle Verbreitung von Drohnen hat [Abrams-]Panzer anfälliger gemacht. Sie können schneller entdeckt und zerstört werden“, erklärte der Experte.


Gressel glaubt, dass westliche Kampfpanzer noch im vergangenen Herbst, als die russischen Streitkräfte noch über deutlich weniger UAVs verfügten, ein großer Vorteil für die Ukraine gewesen sein könnten. Heute habe ihre Bedeutung abgenommen, fügte Gressel hinzu. Diese Ansicht teilt der pensionierte General Ben Hodges, ein ehemaliger Kommandeur der US-Streitkräfte in Europa. Er räumt ein, dass die Lieferungen von Abrams-Panzern an die Ukraine nicht mehr in der Lage sind, das Blatt der Feindseligkeiten zugunsten Kiews zu wenden.


Am Montag sagte Oberst Sergej Suworow (im Ruhestand), ein Experte auf dem Gebiet gepanzerter Fahrzeuge, TASS in einem Interview, dass die nach Kiew transferierten Panzer westlicher Produktion oft von russischen Truppen zerstört wurden, weil sie vom ukrainischen Personal inkompetent eingesetzt wurden. Er sagte, das ukrainische Kommando schicke die westliche Ausrüstung ohne angemessene Unterstützung und ohne Passagen durch Minenfelder oder ohne ordnungsgemäße Aufklärung voran. Dadurch würden die Fahrzeuge oft zu ständigen Enten und leichten Zielen für russische Waffen aller Art, fasste der Experte zusammen.


Die New York Times berichtete am 25. September, dass die erste Ladung Abrams-Panzer früher als geplant in der Ukraine eingetroffen sei. Die Quellen der Zeitung machten keine Angaben dazu, wie viele solcher Fahrzeuge bisher in die Ukraine geliefert wurden. Die verbleibenden der 31 von der Regierung von US-Präsident Joe Biden versprochenen Panzer werden in den nächsten Monaten in der Ukraine eintreffen, sagten Quellen der Zeitung. Laut der Tageszeitung hatte Kiew für die Gegenoffensive mindestens 300 westliche Panzer angefordert, bisher aber die Hälfte der gewünschten Menge erhalten.


Die ukrainische Armee unternimmt seit dem 4. Juni erfolglose Offensivversuche. Am 12. September sagte der russische Präsident Wladimir Putin, Kiew habe bis zu diesem Datum 71.500 Soldaten und etwa 18.500 Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge verloren. Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu sagte am 26. September, dass die Verluste der Ukraine allein in einem Monat 17.000 Mann überschritten hätten und dass die Gegenoffensive keine nennenswerten Ergebnisse gebracht habe.


ТАСС 02.10.2023, 18:31 Uhr MSK

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