Coronakrise trifft junge Unternehmen am stärksten

Die Coronakrise trifft junge Unternehmen genauso häufig wie alle anderen Firmen - nur härter. Zu diesem Ergebnis gelangt eine am heutigen Dienstag veröffentlichte Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Leibniz Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).


„Die Corona-Pandemie hat bei jungen Unternehmen, zumindest bis zum Mai 2020, zu einer im Vergleich zu allen Unternehmen deutlichen Polarisierung hinsichtlich der Betroffenheit geführt.“, so die Forscherinnen und Forscher. Nur im Verarbeitenden Gewerbe zeige sich ein deutlicher Unterschied. Während 68 Prozent aller Unternehmen angaben, negativ betroffen zu sein, waren es der Studie zufolge nur 53 Prozent der jungen Unternehmen. Entsprechend höher sei auch der Wert für eine positive Betroffenheit, der bei jungen Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe bei 12 Prozent im Vergleich zu 4 Prozent bei allen Unternehmen liege. Auch seien die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie je nach Branche unterschiedlich. Während junge Unternehmen im Bausektor oder den technologieorientierten Dienstleistungen nur relativ selten negativ tangiert seien, zeigten sich in den konsumnahen Dienstleistungen wie Personenbeförderung oder Friseure deutlich stärkere Auswirkungen. Hier seien 81 Prozent der jungen Unternehmen negativ betroffen. Darüber hinaus seien junge Unternehmen mit Beschäftigten im Vergleich zu Soloselbstständigen stärker negativ betroffen.


"Auch Unternehmen, deren Gründerinnen und Gründer aus drohender oder bestehender Arbeitslosigkeit gründen oder innovative Projekte durchführen oder Forschung und Entwicklung betreiben und somit einer größeren Unsicherheit ausgesetzt sind, haben eine vergleichsweise höhere Wahrscheinlichkeit, negativ betroffen zu sein", heißt es in einer entsprechenden Mitteilung. Etwa zwei Drittel der jungen Unternehmen, die durch die Krise Einschränkungen erleiden, reagieren laut Befragung "mit personalpolitischen Maßnahmen, um das eingesetzte Arbeitsvolumen kurzfristig zu reduzieren". Größere Unternehmen würden dabei vor allem auf Kurzarbeit oder verpflichtenden Urlaub setzen, während kleinere eine Verkürzung der Arbeitszeit ohne Antrag auf Kurzarbeit nutzten. Finanzielle Hilfen würden insbesondere in Form von Zuschüssen und Stundungen der Steuer in Anspruch genommen. Für die Studie haben die Forscherinnen und Forscher Angaben von rund 2.600 jungen Unternehmen des IAB-ZEW-Gründungspanels ausgewertet, die ab 2016 gegründet wurden. Die Ergebnisse können mit denen einer repräsentativen Stichprobe aller Unternehmen in Deutschland verglichen werden, die von Kantar im Auftrag des BMWi durchgeführt wurde.


Die Studie können Sie an dieser Stelle downloaden.

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