Coronakrise senkt persönliche Risikobereitschaft

Menschen, die durch die Corona-Pandemie starke finanzielle Einbußen erfahren, zeigen eine signifikant geringere Risikobereitschaft. Dieser Zusammenhang ist bei Haushalten mit geringem Einkommen besonders stark ausgeprägt. Andere Persönlichkeitsmerkmale wie Geduld und Kontrollüberzeugung hingegen ändern sich nach wirtschaftlichen Verlusten nicht. Das belegt eine aktuelle Studie des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des ZEW Mannheim.


„Die Risikobereitschaft ist bei Haushalten, die in der Krise schwere wirtschaftliche Verluste erlitten haben, signifikant zurückgegangen“, sagt ZEW-Wissenschaftler Daniel Osberghaus. Besonders stark ausgeprägt ist der Zusammenhang bei Haushalten mit geringem Einkommen und mit wenigen Einnahmequellen. So zeigen zum Beispiel Haushalte mit einem einzigen Verdiener eine stärkere Reaktion als Doppelverdiener-Haushalte. „Wir gehen davon aus, dass die abnehmende Risikobereitschaft auf die finanziellen Verluste in der Krise und die damit verbundene Unsicherheit zurückzuführen ist“, sagt RWI-Wissenschaftler Manuel Frondel. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass die Risikobereitschaft und die wirtschaftlichen Verluste auch durch Faktoren beeinflusst wurden, die in der Studie nicht berücksichtigt werden konnten.


Originalpublikation:

https://www.rwi-essen.de/publikationen/ruhr-economic-papers/1139/

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