CIA versagte bei Aufklärung des Havanna-Syndroms


Die Reaktion der Trump-Administration auf das sogenannte Havanna Syndrom, bei dem in Kuba Personal der US-Botschaft an mysteriösen Symptomen erkrankte, war einem jetzt veröffentlichten Geheimbericht zufolge unprofessionell und dilettantisch. Auch die CIA habe die elementaren Regeln der Aufklärung missachtet. Das schreibt das in Washington D.C. angesiedelte Portal National Security Archive.


"Die Reaktion des Außenministeriums auf diese Vorfälle (von 2016 und 2017, Anm. d. Red.) war gekennzeichnet durch einen Mangel an Führung, ineffektive Kommunikation, und systemische Desorganisation," besagt die Zusammenfassung des Berichts, der vom Accountability Review Board (ARB) nach einer viermonatigen Untersuchung im Jahr 2018 erstellt wurde. Enthalten sind auch die Befragungen von CIA-Offizieren.


Der Bericht wurde Tillersons Nachfolger, Mike Pompeo, am 7. Juni 2018 übergeben. Volle achtzehn Monate, nachdem die unerklärlichen Vorfälle zum ersten Mal gemeldet wurden, räumte das ARB ein, dass das, was in Havanna geschah, weiterhin in ein Geheimnis gehüllt ist.


"Der Mechanismus für die Ursache der Verletzungen ist derzeit unbekannt. Wir wissen nicht, welches Motiv hinter diesen Vorfällen steckt, wann sie begonnen haben und wer sie verursacht hat", heißt es in dem Bericht. "Wir wissen, dass Mitglieder der USG und der kanadischen diplomatischen Gemeinschaft verletzt wurden, aber wir wissen nicht, wie. Wir wissen nicht, was passiert ist, wann es passiert ist, wer es getan hat oder warum."


Das National Security Archive erhielt den stark redigierten ARB-Bericht mit dem Titel "Havanna, Kuba" über eine Anfrage nach dem Freedom of Information Act. "Der ARB-Bericht wirft ein beachtliches Licht auf die Geschichte des 'Havanna-Syndroms'", sagte Peter Kornbluh, der das Kuba-Dokumentationsprojekt des Archivs leitet. "Aber er löst nicht das bleibende Rätsel, was in Kuba passiert ist."


Die Hinweise zur Lösung dieses Rätsels würden wahrscheinlich in den immer noch geheimen Aufzeichnungen des Außenministeriums, der CIA, des FBI und des Pentagons zu finden sein. Sie blieben nach wie vor relevant bleiben, da die Biden-Administration erwäge, das Personal der Botschaft wieder in Kuba einzusetzen.


"Da die Biden-Administration die Verantwortung für die fortlaufenden Untersuchungen des 'Havanna-Syndroms' übernimmt", sagte er, "ist vollständige Transparenz erforderlich, um zu klären, was tatsächlich passiert ist."




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