Cannabis: Schmerzkongress befeuert Ampel-Pläne

Die Legalisierung von Cannabis wird die Ampel-Koalition in Berlin beschäftigen. Der Ende Oktober veranstaltete Schmerzkongress jedenfalls lieferte handfeste Argumente für die politische Umsetzung.


Zunächst die Fakten: Seit mehr als vier Jahren ist in Deutschland die Verordnung von medizinischem Cannabis, Cannabisblüten und -extrakten sowie von cannabisbasierten Arzneimitteln auf Rezept möglich – trotz einer fehlenden Zulassung. Im Jahr 2022 steht die finale Auswertung der gesetzlich geforderten Begleiterhebung an, zu der alle Ärztinnen und Ärzte verpflichtet sind, die medizinisches Cannabis verschreiben. Etwa zwei Drittel der 10.000 dort dokumentierten Patientinnen und Patienten berichten nach Angaben des Schmerzkongresses über positive Effekte nach einem Jahr Behandlung – vor allem bei chronischen Schmerzen. Allerdings gebe es In hochwertigen Studien "nach wie vor keinen sicheren Wirkungsnachweis, und auch die Risiken einer längerfristigen Behandlung sind kaum untersucht".


Was das bedeutet und wie es mit Cannabis auf Rezept im Jahr 2022 weitergeht, war Thema auf Online-Pressekonferenz zum Deutschen Schmerzkongress.


„Die Behandlung chronischer Schmerzen mit medizinischem Cannabis steht in einem wachsenden Spannungsfeld von finanziellen Interessen, Hoffnungen der Betroffenen und einer nicht nachgewiesenen Effektivität“, sagte Professor Dr. med. Frank Petzke, Leiter Schmerzmedizin an der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen und Sprecher der Ad-hoc-Kommission „Cannabis in der Medizin“ der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V..


Im ersten Halbjahr 2021 sei medizinisches Cannabis in Höhe von fast 90 Millionen Euro verschrieben worde