Cannabis HISTORY: Charité verordnet Haschisch für Krebspatienten

Die Meldung ist genau 22 Jahre alt - und heute nach wie vor lesenswert. Denn sie dokumentiert den stetigen Vormarsch von Cannabis auf vielen Gebieten der Medizin. Angefangen hat es mit dem Einsatz bei Krebspatienten an der Berliner Charité im Jahr 1999, wie eine damalige Meldung der Charité attestierte.


Ein Rückblick:


Erstmals werden an der Charité Krebspatienten mit Haschisch (Cannabis, Marihuana) behandelt. In der Schmerzambulanz der "Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin" am Campus Virchow-Klinikum können Tumorpatienten im Rahmen der ersten in Europa ermöglichten Studie mit Tabletten behandelt werden, die Cannabis-Substanzen (Delta 9 TC, Cannabidiol und Cannabionol) in niedriger Konzentration enthalten.
Da diese Substanzen unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, muß für jeden einzelnen Patienten eine Ausnahmegenehmigung bei der Bundesopiumstelle beantragt werden, die aber im Rahmen der auf 300 Patienten angelegten Studie in jedem Einzelfall auch bewilligt werden wird, wie der Leiter der Studie, Gernot Ernst, versichert.
Die Cannabis-Pflanze enthält mehr als 400 Einzelstoffe, die unterschiedliche Wirkungen haben können. In geringen Mengen führt der Haschisch-Konsum zu Beruhigung und euphorischer Stimmung, höhere Dosen verursachen Störungen der Wahrnehmung und des Zeitempfindens, noch stärkere können Halluzinationen hervorrufen. Die Inhaltsstoffe der Hanfpflanze haben aber auch Wirkungen, die bei Krebspatienten erwünscht sind: So fördern sie den Appetit, was insbesondere bei Patienten mit starker Gewichtsabnahme vorteilhaft wäre. Denn Krebskranke im fortgeschrittenen Stadium ihres Leidens haben oftmals nur noch so geringen Appetit, daß sie letztlich durch Verhungern sterben. Neben der Appetitanregung sind auch schmerzlindernde Wirkungen zu erwarten. An der Charité soll nun herausgefunden werden, welche Patienten in besonderer Weise von den Cannabis-Tabletten profitieren und ob die in Aussicht genommene Dosis von 3x 1 Tablette am Tag ausreichend ist. Nach Gernot Ernst ist mit einem Wirkeintritt erst nach 2 bis 3 Wochen kontinuierlicher Einnahme zu rechnen. Krebspatienten, die an dieser Behandlungsart interessiert sind, können sich an die Schmerzambulanz wenden.


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