Cannabidiol (CBD) könnte bei Angststörungen therapeutisch wirken

Immer mehr Hinweise deuten darauf hin, dass die nicht-toxische Cannabinoid-Verbindung Cannabidiol (CBD) antipsychotische und anxiolytische Eigenschaften haben könnte und somit einen vielversprechenden neuen Wirkstoff für die Behandlung von psychotischen und Angststörungen darstellen kann.


Allerdings sind die neurobiologischen Substrate, die den potenziellen therapeutischen Wirkungen von CBD zugrunde liegen, noch unklar. Ziel einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit die im Fachblatt Frontiers of Pharmacology erschien war es daher, einen detaillierten und aktuellen systematischen Literaturüberblick über Neuroimaging-Studien zu geben, die die akute Wirkung von CBD auf die menschliche Gehirnfunktion untersucht haben.


Dabei wurden Papers, die bis Mai 2020 veröffentlicht wurden, aus PubMed nach einer umfassenden Suchstrategie und einem vorher festgelegten Kriterienkatalog für die Artikelauswahl eingeschlossen.


Die Autoren schreieben:


"Wir schlossen Studien ein, die die Auswirkungen von CBD auf die Hirnfunktion von gesunden Probanden und Personen mit einer diagnostizierten psychiatrischen Störung untersuchten, und zwar sowohl die Auswirkungen von CBD allein als auch im direkten Vergleich zu denen, die durch ∆9-Tetrahydrocannabinol (THC), dem psychoaktiven Hauptbestandteil von Cannabis, hervorgerufen werden"


Ergebnisse:


Der Publikation zufolge wurden 1,94 Studien identifiziert, von denen 17 die Einschlusskriterien erfüllten. Alle Studien untersuchten die akuten Effekte von CBD auf die Hirnfunktion im Ruhezustand oder im Zusammenhang mit kognitiven Aufgaben.


"Bei gesunden Probanden verbesserte akutes CBD die fronto-striatale Konnektivität im Ruhezustand, sowohl im Vergleich zu Placebo als auch zu THC" schreiben die Autoren und:


"Darüber hinaus modulierte CBD die Hirnaktivität und hatte im Vergleich zu THC entgegengesetzte Effekte nach aufgabenspezifischen Mustern während verschiedener kognitiver Paradigmen, wie emotionale Verarbeitung (fronto-temporal), verbales Gedächtnis (fronto-striatal), Reaktionshemmung (fronto-limbisch-striatal) und auditive/visuelle Verarbeitung (temporo-okzipital). Bei Personen mit klinischem Hochrisiko für eine Psychose und bei Patienten mit etablierter Psychose zeigte akutes CBD eine intermediäre Hirnaktivität im Vergleich zu Placebo und gesunden Kontrollen während der Ausführung kognitiver Aufgaben. CBD modulierte die ruhende limbische Aktivität bei Probanden mit Angstzuständen und die Metabolitenwerte bei Patienten mit Autismus-Spektrum-Störungen"


Fazit der Autoren: "Neuroimaging-Studien haben gezeigt, dass akutes CBD sowohl bei gesunden Probanden als auch bei Patienten mit einer psychiatrischen Störung signifikante Veränderungen der Hirnaktivität und der Konnektivitätsmuster während des Ruhezustandes und der Ausführung kognitiver Aufgaben induziert. Dies beinhaltete die Modulation von funktionellen Netzwerken, die für psychiatrische Störungen relevant sind, was möglicherweise die therapeutischen Effekte von CBD widerspiegelt. Zukünftige Studien sollten die Replikation der Ergebnisse in Betracht ziehen und den Einschluss psychiatrischer Patienten erweitern, indem sie eine längerfristige CBD-Behandlung mit Neuroimaging-Bewertungen kombinieren".


The Impact of Cannabidiol on Human Brain Function: A Systematic Review


  • Albert Batalla,

  • Julian Bos,

  • Amber Postma,

  • Matthijs G. Bossong


DOI https://doi.org/10.3389/fphar.2020.618184

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