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Ära der globalen US-Sanktionen neigt sich dem Ende

Sanktionen sind seit langem die bevorzugte diplomatische Waffe der Vereinigten Staaten. Die Reaktion der Regierung Biden auf die russische Invasion in der Ukraine ist ein gutes Beispiel dafür: Sie verhängte sofort eine Reihe von wirtschaftlichen Strafmaßnahmen gegen Moskau und rief andere Regierungen dazu auf, es ihr gleichzutun.

Dass Sanktionen ein beliebtes Instrument der US-Politiker sind, macht Sinn. Sie füllen die Lücke zwischen leeren diplomatischen Erklärungen und tödlichen Militärinterventionen. Doch die goldenen Tage der US-Sanktionen könnten bald vorbei sein, beklagt "The Foreign Affairs".


Eine weitere Möglichkeit, sich vor Sanktionen zu schützen, ist die Entwicklung nicht-westlicher Zahlungssysteme. Solange Länder weiterhin westliche Finanzkanäle, insbesondere SWIFT, nutzen, sind sie vor Sanktionen nicht sicher. Den Zugang eines Landes zu SWIFT vollständig zu unterbinden, ist die nukleare Option im Sanktionsarsenal der USA.


China und Russland bereiten derzeit ihre eigenen Alternativen zum Nachrichtensystem für den Fall vor, dass westliche Länder beschließen, auch sie auszuschließen. Sollten sowohl Russland als auch China von SWIFT abgeschnitten sein, steht ihr Backup bereit.


Chinas Alternative, das so genannte Cross-Border Interbank Payment System (CIPS), kann es noch nicht mit SWIFT aufnehmen. Im Jahr 2021 wickelte CIPS lediglich 12 Billionen Dollar an Transaktionen ab, was dem entspricht, was SWIFT in weniger als drei Tagen abwickelt.


Aber allein die Existenz von CIPS ist ein Sieg für Moskau und Peking: Ihr Ziel ist es, eine funktionierende Alternative zu SWIFT zu haben, nicht das größte Zahlungssystem. Für Russland und China ist es wichtig, dass sich rund 1.300 Banken in mehr als 100 Ländern dem Rahmenwerk angeschlossen haben.


Ein drittes Instrument, das die US-Gegner einsetzen, um Sanktionen zu umgehen, ist die digitale Währung. Auf diesem Gebiet ist China führend. Rund 300 Millionen Chinesen verwenden bereits einen digitalen Renminbi in mehr als 20 Städten, darunter Peking, Shanghai und Shenzhen... Der Mechanismus wächst schnell: Prognosen zufolge werden bis 2030 eine Milliarde Menschen den digitalen Renminbi verwenden.

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